Der optimale Grad des Reichtums

Ist es nicht verrückt, wie viel Zeit wir darauf verwenden, Vermögen zu erwerben, und später dann die erworbenen Werte renditestark anzulegen, in der Substanz gegen Ansprüche Dritter und die Willfährigkeiten des Marktes zu schützen, und sie im letzten Schritt möglichst unangetastet an die nächste Generation weiterzugeben? Wieviel Lebenszeit, Stress, Ängste, Frust und vielleicht Verzweiflung ist damit verbunden!

Diese Lasten bedeuten nicht zwangsläufig, man solle gleich ganz auf das Streben nach Reichtum verzichten. Denn wer in Armut lebt, hat zwar nicht diese ‚Sorgen‘, dafür aber eine Menge anderer, die i. d. R. auch wesentlich existenzieller sind als die der Begüterten.

Eher wäre es interessant zu wissen, ob es einen optimalen Grad des (individuellen) Reichtums gibt, ein Niveau, auf dem Existenzängste keine Rolle mehr spielen, weil man reich genug ist, aber eben doch nicht so reich, dass man seine Lebenszeit mit Renditejagd und Vermögenssicherung verbringen müsste.

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Little and Big Brother

„Je mehr sich die Kommunikation ins Digitale verlagert, desto mehr Befugnisse benötigen Polizei und Geheimdienste, um ihre Aufgaben wahrnehmen zu können. Und je stärker Daten zur Währung der Zukunft werden, desto dringlicher das Bedürfnis nach der Regulierung privater Akteure. … Doch die Einseitigkeit, mit der die Diskussion geführt wird, erfordert eine kritischere Haltung gegenüber staatlichen Totschlagargumenten wie Kinderpornographie oder Terrorismusgefahr und ein besseres Verständnis dessen, wann und wozu vermeintliche „Datenkraken“ die Informationen ihrer Nutzer tatsächlich auswerten. Denn Wissen ist nicht nur Macht, sondern bestimmt auch darüber, wer die Macht über das Wissen erhält.“

BigBrotherMit diesen durchaus vernünftigen, wenn auch nicht gerade originellen, Feststellungen endet ein Artikel von C. van Lijnden in der ZEIT vom 7.4.16. Die Einseitigkeit der ‚Diskussion‘, die der Autor bemängelt (er meint vermutlich die ‚vorgebrachten Argumente‘, aber das ist noch der kleinste Patzer) bereichert er selbst aber keineswegs mit einer differenzierten Analyse, sondern mit Scheinargumenten, Denklücken und logischen Fehlern zuhauf.

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Das Ende des Gierkapitalismus

Wer mit nüchternem Blick unsere vom Marktkapitalismus geprägte Welt mit all ihren vielfach beschriebenen Auswüchsen an Gier, Profitstreben, Effizienzdiktatur, Zahlenunterwerfung, Egoismus usw. betrachtet, der wird wohl kaum traurig sein, wenn dieses individuelle und gesellschaftliche Modell durch ein anderes und besseres ersetzt wird.

Wie der Post-Kapitalismus aussehen wird, weiß ich nicht. Dass er aber kommen wird, das steht fest, und zwar aus verschiedenen Gründen:

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Schule: Bildungsvollzugsanstalt mit „Lebenslänglich“-Privileg

Gemeinhin werden staatliche Schulen als Einrichtungen betrachtet, deren Aufgabe und Ziel es ist, jungen Menschen zu einer ihren Talenten, Neigungen und Leistungen entsprechenden Bildung zu verhelfen, indem motiviertes und kompetentes Lehrpersonal sie fördert und fordert.

Viel zu häufig mutieren sie aber zu Ersatzdisziplinierungs- und Bestrafungsanstalten, deren Regelvollzug bei ihren Insaßen zu lebenslänglichen Schädigungen führt.

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Primitive Reflexe und sonstige Psychomotive beim Intellektuellendiskurs

Ich bin kein Freund von Peter Sloterdijk. Es mag sein, dass er kluge Dinge schreibt, aber seit Kritik der zynischen Vernunft ist mir meine Lebenszeit zu schade, erst endlosen Gedankengängen folgen und dann noch enträtseln zu müssen, was eigentlich seine Kerngedanken sind.

Neulich habe ich dann doch mal wieder etwas von ihm gelesen (DIE ZEIT 3.3.16) und fand seine Einsichten in die Psychomechanismen bei mehr oder weniger intellektuellen Teilnehmern politischer Debatten immerhin so lesens- und merkenswert, dass ich eine gekürzte Fassung zum Download eingestellt habe (s. Docs). Auch hier fällt es ihm schwer, beim Thema zu bleiben (daher die Kürzungen …), aber auch dafür wird es wohl psychologische Erklärungen geben, ebenso wie für seine politische Haltung, die hier nicht weiter kommentiert werden soll.

Schmankerl für Schnäppchenjäger

Anzeige KreuzflugWer’s sonst nicht leicht hat im Leben, gönnt sich mal einen Kreuzflug. Nachdem sich auf Kreuzfahrten inzwischen Kreti und Pleti tummeln, ist eine kleine 25tägige Weltreise im Privatjet mit Reisearzt, Gepäckbutler und VIP-Konfiguration eine echte Alternative. Und wenn dann bei der Unterbringung im 5*-Hotel nicht mal ein Einbettzimmerzuschlag fällig wird, ist das doch fast schon ein Schnäppchen, oder?

Pyrrhus-Sieg und Merkel-Niederlage

Die Weltgeschichte kennt seit Langem den Pyrrhus-Sieg. Nun kennt sie auch sein Gegenstück: Die Merkel-Niederlage.

Die Landtagswahlen in B-W, R-P und S-A bescheren der CDU historisch schlechte Wahlergebnisse und einen fulminanten Aufstieg der AfD, beides in erster Linie Merkels Verhalten („Politik“ kann das wohl kaum genannt werden) zu verdanken, und was passiert? Es hat nicht einmal keine Folgen, sondern die Wahlergebnisdeuter glauben zu erkennen, dass Merkel in einer schwierigen Lage Unterstützung erfahren hat! Weiterlesen

Die Wiederentzweiungskanzlerin

Während Helmut Kohl sich freuen darf, als Wiedervereinigungskanzler in die Geschichte einzugehen, wird sein politischer Zögling Angela Merkel ein Vierteljahrhundert danach wohl ihren Fußabdruck als Wiederentzweiungskanzlerin hinterlassen.

Denn in und mit der Flüchtlingskrise hat sie in geradezu dramatischer Weise eine Spaltung der deutschen und europäischen Gesellschaft hervorgerufen, deren negative Auswirkungen noch lange zu spüren sein werden.

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EU-Krise? Ja, bitte!

Glaubt man den Medien, dann schlingert die EU seit Jahren von Krise zu Krise, und während man mit der ‚Euro-Krise‘ schon den Gipfel erklommen zu haben schien, droht jetzt mit der ‚Flüchtlingskrise‘ – garniert mit etwas ‚Brexit‘ und ‚TTIP‘ – nach vielen Punktsiegen die erste KO-Niederlage.

Die Medien (und manche kurzsichtigen Politiker) sehen schon das Ende der EU herannahen. Aber bei genauerer Betrachtung sollten die Bürger froh sein, dass endlich so etwas wie ein Reinigungsprozess einsetzt. Weiterlesen

Hellseher und Gierprediger

„Das Bundesamt für Bevölkerungsforschung, das Statistische Bundesamt und die Vereinten Nationen (UN) … gehen davon aus, dass die Bevölkerung in Deutschland schrumpfen wird. Ich glaube nicht an diese Zahlen. Ich erwarte, dass 2050 in Deutschland 93 Millionen Menschen leben werden. Vielleicht sogar noch mehr.“ (Hermann Simon, 93 Millionen werden wir sein, DIE ZEIT 25.2.2016, S. 29). Weiterlesen