Auf Gedeih und Verderb!

„Um Leben und Tod!“ Darum geht es nach offizieller Aussage bei den drakonischsten Eingriffen in das soziale Leben, die unsere Gesellschaft in Friedenszeiten je erlebt hat.

Beim Kampf gegen den Corona-Virus geht es natürlich auch darum, Menschenleben zu retten. Aber in Wirklichkeit soll damit das politische und wirtschaftliche System gerettet werden, dem wir uns auf Gedeih und Verderb ausgeliefert haben. Weiterlesen

Menschheitssinn und Menschendemut

Wir Menschen – zumindest in den westlichen Zivilisationen – betrachten uns mit größter Selbstverständlichkeit als etwas Spezielles, ja sogar Einzigartiges, sowohl auf unserem Planeten als auch im uns bekannten Universum. Und ebenso selbstredend verbinden wir mit diesem Sonderstatus eine positive Bedeutung.

Dabei haben die Wissenschaften uns ausreichend Erkenntnisse beschert, die uns nicht nur wesentlich bescheidener auftreten, sondern demütiger mit dem Sinn unseres Daseins beschäftigen lassen sollten.

Die Astronomie z. B. hat dem Menschen als erste eine Reihe von Demütigungen beschert: Zuerst verschob sie die Erde aus dem Zentrum der Welt auf eine Bahn um die Sonne. Dann verzwergte sie die Sonne zu einem unbedeutenden Stern am Rande einer mittelgroßen Galaxie. Diese wiederum positionierten Astronomen bald in ein Universum, in dem es vor Galaxien so wimmelt. Von der Menschheit bleibt da allenfalls Nanostaub.

Die Genetik (inkl. Paläogenetik) machte dasselbe im Kleinen mit der Rolle der Menschen auf diesem Globus: Es ist gar nicht so lange her, dass wir uns vom Tier zum homo sapiens entwickelt haben, sodass auch heute noch 99% unseres Erbguts mit dem der Mäuse übereinstimmt.

Gesellschafts- und Verhaltenswissenschaften haben uns gezeigt, wie unbewusst, irrational, aggressiv, verantwortungslos usw. unser individuelles und kollektives Verhalten ist. Naturwissenschaft und Technik haben uns eine unvergleichliche Macht über das Naturgegebene verschafft, aber es wird immer deutlicher, dass die Auswirkungen unserer Erfindungen zunehmend unbeherrschbar werden, insbesondere weil wir von der Komplexität des Geschaffenen überfordert sind, da die Realität – auch die von Menschen geschaffene – sich schneller entwickelt als die menschlichen Fähigkeiten zum Umgang mit dieser.

Und nicht zuletzt sind die mentalen Modelle, nach denen wir unser Zusammenleben gestalten, und die Instrumente, derer wir uns dabei bedienen, zu einseitig und simpel, um ein friedvolles und geordnetes Miteinander zu schaffen, das auch die Lebensgrundlagen nicht nur der Menschen, sondern auch der gesamten Natur, nachhaltig sichern würde. Weiterlesen

Wohlverteilte Armut

Es zählt zu den gut eingespielten Entrüstungsszenarien der heutigen sogenannten öffentlichen Meinung, die Konzentration des Reichtums in den Händen einiger weniger zu brandmarken, oder die sich offenbar unaufhaltsam öffnende Schere zwischen Reich und Arm zu kritisieren.

Lassen wir der Einfachheit halber mal die Diskussionen darüber außer Acht, ob und in welchem Maße die verfügbaren Zahlen diese Schlussfolgerungen wirklich hergeben, irritiert an diesen Berichten zunächst einmal, dass als mögliche Maßnahmen zwar meist die Folgenbeseitigung – insbesondere durch Reichensteuern – propagiert wird, oder (aber schon viel seltener) ein grundlegender Systemwechsel, der die Reichen erst gar nicht reich werden ließe. Dabei weiß jeder, dass Ersteres kaum etwas bewirkt außer Publikumswirksamkeit, und dass Letzteres nicht kommen wird, nicht zuletzt weil der gescheiterte Kommunismus gezeigt hat, dass das Gegenmodell auch nicht attraktiv ist. Also viel Gerede, wenig Praktizierbares, keine Ergebnisse.

So weit so schlecht.

Noch mehr überrascht jedoch, dass nirgendwo vernünftig herausgearbeitet wird, dass eine andere Reichtumsverteilung überhaupt echte Vorteile gegenüber dem Status quo hätte, und wie denn eine optimale Verteilung aussehen würde. Es reicht offenbar, auf die große Ungleichheit zu verweisen, mehr Beweise sind nicht vonnöten, um sich zu entrüsten. Und vielen scheint es in der Tat schon zu genügen, wenn der Fiskus den Reichen etwas wegnimmt. Was dieser dann damit macht bzw. machen sollte, wird sehr pauschal den Staatsverteilungsmechanismen überlassen, von deren Sinnhaftigkeit man einfach ausgeht, ohne sie zu hinterfragen. Weiterlesen

Wir werden nicht reicher

Dass die Menschen nach Reichtum streben, scheint in ihrer Natur zu liegen. Es hat nicht des Siegeszugs des ökonomischen Denkens bedurft, um den Menschen dies einzureden. Aber Letzteres hat erheblich zum doppelten Glauben beigetragen, wir würden immer reicher, und das sei gut bzw. sogar ein normaler Schritt in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit.

Leider stimmt keine der beiden Überzeugungen. Denn das, was man uns an angeblichen statistischen Beweisen liefert, oder das, was wir durch unseren Augenschein gerne als Beweis betrachten, sind Trugschlüsse. Diese kommen zustande, weil wir (bzw. die uns belehrende Wirtschaftswissenschaft) wesentliche Teile der Realität außer Acht lassen, gleichzeitig aber Illusionen als Realität betrachten.

Wie kommen diese Fehleinschätzungen zustande bzw. wie sieht die Realität wirklich aus? Weiterlesen