Leben auf der Erde

Gab es irgendwann Leben auf dem Mars? Zur Beantwortung dieser Frage werden  Abermilliarden ausgegeben (s. die Beispiele der Mars-Projekte Mars Perseverance oder Mars One, oder die diesbezüglichen Zukunftspläne der NASA).

Und wieviel Geld wird für die Beantwortung der Frage ausgegeben, ob es irgendwann noch Leben auf der Erde geben wird?

Freiheitspendel

Eines der interessanten Rätsel der Gegenwart lautet: Warum sind die Menschen in entwickelten Gesellschaften, die noch nie eine größere Freiheit besessen haben als heute, offenbar bereit, zumindest auf Teile dieser Freiheit zugunsten von mehr Ordnung, Sicherheit, Einheitlichkeit, kultureller Abgrenzung und dergleichen zu verzichten?

Die nächstliegende Antwort lautet: Weil ihnen die Freiheit offenbar nicht (mehr) so wichtig ist und die Prioritäten sich verlagern. Aber warum ist das so? Weiterlesen

Menschheitssinn und Menschendemut

Wir Menschen – zumindest in den westlichen Zivilisationen – betrachten uns mit größter Selbstverständlichkeit als etwas Spezielles, ja sogar Einzigartiges, sowohl auf unserem Planeten als auch im uns bekannten Universum. Und ebenso selbstredend verbinden wir mit diesem Sonderstatus eine positive Bedeutung.

Dabei haben die Wissenschaften uns ausreichend Erkenntnisse beschert, die uns nicht nur wesentlich bescheidener auftreten, sondern demütiger mit dem Sinn unseres Daseins beschäftigen lassen sollten.

Die Astronomie z. B. hat dem Menschen als erste eine Reihe von Demütigungen beschert: Zuerst verschob sie die Erde aus dem Zentrum der Welt auf eine Bahn um die Sonne. Dann verzwergte sie die Sonne zu einem unbedeutenden Stern am Rande einer mittelgroßen Galaxie. Diese wiederum positionierten Astronomen bald in ein Universum, in dem es vor Galaxien so wimmelt. Von der Menschheit bleibt da allenfalls Nanostaub.

Die Genetik (inkl. Paläogenetik) machte dasselbe im Kleinen mit der Rolle der Menschen auf diesem Globus: Es ist gar nicht so lange her, dass wir uns vom Tier zum homo sapiens entwickelt haben, sodass auch heute noch 99% unseres Erbguts mit dem der Mäuse übereinstimmt.

Gesellschafts- und Verhaltenswissenschaften haben uns gezeigt, wie unbewusst, irrational, aggressiv, verantwortungslos usw. unser individuelles und kollektives Verhalten ist. Naturwissenschaft und Technik haben uns eine unvergleichliche Macht über das Naturgegebene verschafft, aber es wird immer deutlicher, dass die Auswirkungen unserer Erfindungen zunehmend unbeherrschbar werden, insbesondere weil wir von der Komplexität des Geschaffenen überfordert sind, da die Realität – auch die von Menschen geschaffene – sich schneller entwickelt als die menschlichen Fähigkeiten zum Umgang mit dieser.

Und nicht zuletzt sind die mentalen Modelle, nach denen wir unser Zusammenleben gestalten, und die Instrumente, derer wir uns dabei bedienen, zu einseitig und simpel, um ein friedvolles und geordnetes Miteinander zu schaffen, das auch die Lebensgrundlagen nicht nur der Menschen, sondern auch der gesamten Natur, nachhaltig sichern würde. Weiterlesen

Verzichtsverzicht

Derzeit wird viel darüber nachgedacht, wie man die Menschheit daran hindern könnte, sich und den Planeten Erde zu ruinieren. Ich habe dazu das Modell der Rettungskatastrophe  skizziert, das mir noch ehesten in der Lage erscheint, die Menschen zur Umkehr zu bewegen.

Zur Vertiefung möchte ich noch einmal auf die Alternativen „freiwilliger Verzicht“ und dessen Gegenpart „Zwangsregulierung“ eingehen, die beide unbeliebt sein mögen, wohl aber mehr Akzeptanz erfahren dürften als ein Katastrophenszenario. Weiterlesen

dann

wenn die zeit kühlgesinnt
ohne halt sich vorwärts schiebt
und die kraft nicht zum widerstand reicht

wenn die zeit verrinnt,
und das jetzt zerstiebt,
fahrig, flüchtig und bleich,

wenn die zeit beginnt,
in der es kein später mehr gibt,
und wenn doch, dann nur jetzt gleich,

wenn die zeit sich verdünnt
und die erinnerung trübt,
und ein tag dem anderen gleicht,

wenn die zeit sich krümmt
und den rückzug übt,
weil das ende fast erreicht,

dann …
ja dann …
was dann?

Rettungskatastrophe

Gemessen an dem Tempo, mit dem die Menschheit derzeit die Erde zugrunde richtet, sind unsere Einsichtsbereitschaft und -fähigkeit zu gering, Diskussions- und Entscheidungsprozesse zu langsam und getroffenen Maßnahmen zu beschränkt und halbherzig, und damit im Ergebnis die „Erfolge“ zu vernachlässigen. Und die Betrachtung wird auch nicht optimistischer, wenn man nicht überwiegend restrospektiv orientierte globale Durchschnittswerte zugrunde legt, sondern das Momentum der Veränderung, den Drive und die Begeisterung, in Zukunft wirksamer zu agieren, als Hoffnungswerte berücksichtigt.

Was also tun?

Weiterlesen

Liebe und Überleben

Dass und wie zwischenmenschliche Liebe den Tod überleben kann, wurde schon oft beschrieben.

Der Pater und Zen-Meister Williges Jäger verweist darauf, dass auch das Überleben der Menschheit davon abhängen wird, ob die Durchsetzung des Prinzips Liebe gelingt:

„Eine Spezies, die nicht gemeinschaftsfähig war, wurde in der Evolution immer ausgeschieden. Nicht ein notorischer Mangel an Intellekt, sondern mangelndes „Wissen“ über die Bedeutung von Gemeinschaft und Liebe hat uns dieses gegenwärtige, weltweite Chaos beschert. Die Wiederentdeckung der alles verbindenden Kraft „Liebe“, die wir der Technisierung, Intellektualisierung und Aufklärung geopfert haben, wäre daher die Rettung unserer Spezies….

Leider entfernen wir Menschen uns immer weiter von dieser ganzheitlichen Auffassung des Seins. Damit verfehlen wir uns gegen das Innerste der Welt. Mit unserem Egozentrismus bedrohen wir unser Überleben als Menschheit. Wenn wir nicht aufwachen, werden wir daran zugrunde gehen. Unser derzeitiges Verhalten gleicht einer Krebszelle, die nur für ihr eigenes Wachstum sorgt und damit am Ende sich selbst und den ganzen Organismus vernichtet.“ (S. 64)

„Wir stehen als Menschheit wieder einmal vor einem epochalen Umbruch, vor einer Art kopernikanischen Wende. So wenig wie die Erde der Mittelpunkt des Weltalls ist, kann unser Ich der Mittelpunkt unserer Existenz sein. Nur eine Öffnung unserer rationalen Eingrenzung zugunsten eines transrationalen Begreifens wird uns weiterbringen. In dieser Öffnung zu unserem Seinsgrund liegt unsere Überlebenschance als Menschheit.“ (S. 67).

Aus: W. Jäger, A. Grün, Das Geheimnis jenseits aller Wege. Was uns eint, was uns trennt, Münsterschwarzach 2013

Lebenslänge und Lebensgelingen

„Alle Menschen sind sterblich.“ Noch gilt dieser Spruch. Aber wie lange noch?

Wenn man den neuesten Forschungsergebnissen Glauben schenkt (s. ZEIT 6.4.17, S. 29 ff., SPIEGEL 16/2017, S. 12 ff.), sind die Erkenntnisse so weit gediehen, dass zumindest die jüngere Generation ernsthaft davon träumen darf, ihr Leben nennenswert verlängern zu können, und zwar in einem frühen Stadium und nicht erst als Greise.

Es liegt nahe, zu vermuten, dass die meisten Menschen diese Chance werden nutzen wollen. Aber geht damit wirklich ein Menschheitstraum in Erfüllung, wie gerne behauptet wird? Vieles spricht dafür, dass dies für die Menschheit insgesamt (und unseren Planeten) eher zum Albtraum wird.

Weiterlesen

Ende, Wende oder Blende?

Ende?
Nichts scheint die Menschen derzeit mehr zu beschäftigen als die Gefahren, die von Donald Trump ausgehen. Natürlich ist es äußerst bedenklich, wenn ein psychisch schwer gestörter Mann in eine solche Machtposition gerät. Aber sein Irresein bleibt einigermaßen kalkulierbar, und selbst wenn er mit Atomwaffen spielen möchte, wird das keine Kettenreaktion zur Folge haben, die das Ende der Menschheit zur Folge hat. Dazu bedürfte es noch einiger Irrer an anderer Stelle, was zwar nicht unmöglich ist, aber verrückte mächtige Herrscher mit Selbstmordneigung gibt es zum Glück dann doch nicht so viele. Die Welt hat zwölf Jahre Hitler überstanden, sie wird auch (maximal) acht Jahre Trump überstehen. (Die Möglichkeit eines zwischenzeitlichen rechten Putsches in den USA dürfte derzeit nicht all zu groß einzuschätzen sein.) Weiterlesen