Verkorkste Quotenmethode

In der Antidiskriminierungspolitik versucht man zunehmend, statt des Schutzes des Einzelnen eine Systemverbesserung dahingehend zu realisieren, dass durch die Festlegung von Quoten für typischerweise „diskriminierte“ Gruppen unabhängig von einer Einzelfallbetrachtung eine Besserstellung der Mitglieder dieser Gruppen erreicht werden soll.

Das hat auf den ersten Blick die Vorteile einer einfacheren Handhabung, da nicht mehr tatsächliche Diskriminierung im Einzelfall nachgewiesen werden muss und zudem mit einer einfach zu berechnenden Quote ein Mindestmaß an Absicherung erreicht wird, die man durch kontinuierliche Steigerung der Quote zudem schrittweise ausbauen kann.

Da es in der Gesellschaft vor benachteiligten Gruppen nur so wimmelt, ist daraus ein munteres Spiel geworden, über eine Quote einen ordentlichen Teil des Gesamtkuchens abzubekommen. Noch dominieren dabei jene, deren Benachteiligungsquotient per Definition schon als sehr hoch angenommen wird, zumindest in der Selbstwahrnehmung. Aber was sollte die Gesellschaft daran hindern, in ihrem Gutmenschentum statt komplizierter oder von auslegungsbedürftigen Generalklauseln geprägter Regelungen dieses scheinbar einfach zu handhabende Instrument verstärkter einzusetzen?

In erster Linie die Einsicht in die zahlreichen und grundlegenden Probleme, welche die Quotenmethode letztlich als sehr suboptimales Steuerungsinstrument erscheinen lassen. Was ist damit gemeint?

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Männererziehung durch Sex-Verträge?

Die Irrungen und Wirrungen des Zusammenlebens der Geschlechter werden derzeit durch eine neue Pointe bereichert, die einmal mehr beweist, dass bei diesem Thema ein Mix aus Vorurteilen, Ideologien und Emotionen einen fruchtbaren Humus für Gedankenunkraut bildet, das auch seriöse Themen überwuchert.

Es geht einmal mehr um den Schutz von Frauen vor sexuellen Übergriffen und Erniedrigungen durch Männer. Lassen wir einmal die empirisch zu klärende Frage beiseite, ob alle derzeit durch #MeToo dokumentierten Geschehnisse wirklich in diese Kategorie fallen und so verbreitet sind, dass man Männer per se unter Generalverdacht stellen muss, so wird man sich dennoch ohne Weiteres darauf verständigen können, dass es immer wieder zu nicht hinnehmbaren Grenzüberschreitungen durch Männer kommt und dass es gut wäre, dagegen ein probates Mittel zu besitzen.

Meist wird in dem Zusammenhang eine Verschärfung des Strafrechts ins Spiel gebracht. Aber die Erfahrungen mit den bereits bestehenden (und teilweise auch schon verschärften) Regeln zeigen, dass deren Umsetzung mit zahlreichen praktischen Problemen behaftet ist und diese letztlich wenig bewirken.

Jetzt wurde als neue Idee vorgebracht, das Problem doch über privatrechtliche Verträge zu lösen (s. z. B. L. Weisbrod, Regelt den Verkehr!, ZEIT 26.10.17, S. 39, dessen pauschalierende und wirre Argumentation hier allerdings lieber nicht weiter kommentiert werden soll). Was ist davon zu halten?

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#MeNot

Ich bestätige hiermit, dass ich nie eine Frau vergewaltigt habe, und dass ich mich niemals Frauen gegenüber übergriffig, unsittlich, erniedrigend oder vergleichbar unschicklich verhalten habe, zumindest nicht bewusst und in konkreten Taten. (Die Lebensumstände – genauer: Das Verhalten mancher Frauen in jüngeren Jahren – verhinderten allerdings nicht, dass ich der einen oder anderen gegenüber ziemlich böse gewesen bin, was ich nur z. T. bedaure.)

Mein bescheidener Reichtum, meine eher einflusslose berufliche Stellung, mein durchschnittliches Aussehen und meine eher spröde Emotionalität hatten zudem zur Folge, dass ich mich nur äußerst selten weiblicher Zudringlichkeit oder auch nur weiblichen Interesses erwehren musste, die ich gezielt hätte ausnützen können. Wo sich ausnahmsweise trotzdem die Gelegenheit dazu ergab, führten meine Schüchternheit, fehlende Geistesgegenwart, ungünstige äußere Umstände und meine christliche Erziehung dazu, dass nichts passierte, was in die oben genannten Kategorien fallen würde, es sei denn einvernehmlich.

Insofern müsste ich eigentlich dem Idealbild des Mannes entsprechen, das die zumindest in den Medien dominierende öffentliche Frauenmeinung zum Ausdruck bringt. Aber aufgrund meiner Lebenserfahrung kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ein erheblicher Teil der weiblichen Bevölkerung in Wirklichkeit merklich „angepisst“ wäre, wenn alle Männer solche Langeweiler wären wie ich.

Vielleicht bringen die Frauen ja erst einmal untereinander mehr Klarheit darüber zustande, wen bzw. was sie eigentlich wollen, statt pauschal alle Männer unter Sexualbelästigungs-Generalverdacht zu stellen. Das würde auch die Akzeptanz der Letzteren erhöhen, die unzweifelhaft existierenden und für die ernsthaften #MeToo-Fälle verantwortlichen schwarzen Schafe aktiv und konsequent zu disziplinieren.

Denn solange Frauen selber ihre berechtigten Anklagen brutaler Übergriffe dadurch verharmlosen, dass sie diese in einen zum Kochen gebrachten Sexismustopf werfen, der mit Befindlichkeitsstörungen überfüllt ist, die vielleicht durch männliche Geschmacklosigkeiten hervorgerufen wurden, die jedoch keines Geschlechterkampfs bedürfen, sondern einer einfachen sofortigen Gegenwehr selbstbewusster Frauen, solange werden die echten und potenziellen Verbrecher sich einreden können, das Problem liege doch in erster Linie bei den Frauen.

#MeNot-Männer wollen jedenfalls mit diesen Typen nicht in besagten selben Topf geschmissen und für deren Taten verantwortlich gemacht werden. Wenn sie wegen irgendetwas anzuprangern sind, dann allenfalls wegen unterlassener – und sei es nur verbaler – Hilfeleistung. Da sind Männer in der Breite wohl tatsächlich auch nicht mutiger als Frauen. Das hat allerdings nichts mit Sexismus zu tun. Denn Männer sind eben auch nicht bekannt dafür, dass sie schwachen Geschlechtsgenossen gerne zu Hilfe eilen.

(Nachtrag 30.11.: Der Beitrag wurde in Unkenntnis des gleichnamigen Twitter-Hashtags geschrieben. Mit dem dortigen Geschreibsel kann ich nichts anfangen.)

Gemeinnützige Männer

Der Bundesfinanzhof (BFH, oberster Gerichtshof in Steuerangelegenheiten) hat im Frühjahr (17.5.2017, V R 52/15) ein Urteil gefällt, das eine gewisse Medienaufmerksamkeit erzielt hat. Schließlich wurde einer Freimaurerloge die Gemeinnützigkeit abgesprochen, was schon per se eine gewisse Neugier hervorruft, und das wurde noch gekrönt mit einem zeitgemäßen Genderaspekt, dem der BFH auch im Leitsatz seines Urteils Rechnung trägt:

„Eine Freimaurerloge, die Frauen von der Mitgliedschaft ausschließt, ist nicht gemeinnützig.“

Alleine diese schlichte Aussage ist, gemessen an der Komplexität der Rechtsfrage und der Begründung des Urteils, „unterdifferenziert“ und offenbar dem Bedürfnis geschuldet, auch bei Laien den Eindruck hervorzurufen, es sei alles ganz einfach und klar.

Darüber hinaus – und das ist das eigentlich Ärgerliche – argumentiert der BFH hier aber in rechtlich wenig überzeugender Weise, und dies offensichtlich im Bemühen, politisch korrekt zu urteilen, ohne dabei jedoch den juristischen Kollateralschaden zu bedenken. Weiterlesen

Frauen, Männer und Diskriminierung

Das Gender-Thema treibt seltsame Blüten, und die besonders Gleichstellungs-Engagierten sind gelegentlich so im Erfolgsrausch, dass sie Gefahr laufen, dem im Kern berechtigten Anliegen letztlich zu schaden. Denn je skurriler die Anklagen und Forderungen, desto deutlicher wird, wie wenig fundiert vieles von dem ist, was da behauptet und kritisiert wird.

Selbst ein so elementarer Begriff wie „Diskriminierung“ wird mit willkürlichen Bedeutungen versehen und immer dann ins Spiel gebracht, wenn irgendeine Form der Benachteiligung vermutet wird. Auch zu „Gleichberechtigung“ scheint den Protagonisten nicht mehr als „Gleichmacherei“ einzufallen.

Deshalb sind hier ein paar klärende Feststellungen dringend von Nöten (dem einen oder anderen dürfte es auch nicht schaden, einfach mal auf wikipedia das Stichwort „Diskriminierung“ durchzulesen), ebenso eine Erinnerung daran, was statt rechtlicher Argumente wirklich wirksam und wünschenswert wäre:

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Viel Geschreibsel um fast gar nichts

Viel Rauch um fast gar nichts. Wo ist der Feminismus, wenn man ihn braucht? So überschreibt E. Raether in der ZEIT (1.12.16 S. 6) einen seitenlangen Artikel, bei dem man zumindest ansatzweise eine inhaltlich orientierte Auseinandersetzung mit dem Feminismus erwartet hätte.

Es geht aber nicht um eine Sachlichkeit, sondern Raether ist schlecht zu sprechen auf das eigene Geschlecht bzw. die Feministinnen (oder kann man als Mann auch Feminist sein?), bringt dabei aber keinen klaren Gedankengang zustande: Sie scheint besoffen und überfordert von einer Vielzahl von Themen, die alle irgendwie mit Feminismus zu tun haben: Mainsplaner, Trump, sexuelle Gewalt in Deutschland gegenüber Frauen, Selbstbetrachtung erfolgreicher Frauen der Mittelschicht, sozial unsensible Schauspielerinnen, LGBTQIA, Sexismus und Moral, Frauenrechte und Gleichberechtigung, Frausein in geschützten Räumen der westlichen Gesellschaften, usw. usw. Das liest sich, als hätte sie zum Jahresende ihren Zettelkasten ausgeräumt und daraus einen Artikel gemacht, damit zur Soll-Erfüllung der Genderquote in der ZEIT beigetragen, ansonsten aber jene bestätigt, die noch nie verstanden haben, was das Sammelsurium an Themen, die dem Feminismus zugeordnet werden, eigentlich im Kern bedeuten soll. Raether selbst scheint es auch nicht zu wissen, denn außer ihre (verloren gegangenen) Mitstreiterinnen zu kritisieren bringt sie die Anliegen der Frauen – welche auch immer sie gemeint haben könnte, vermutlich einfach „alle“ – keinen Schritt weiter.

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Zickenkrieg und sonstiges Gender-Gedöns

Neulich war ich mal wieder im ICE unterwegs: Vierer mit Tisch, Gangseite, niemand links und gegenüber, also Smartphone ausschalten, Beine langmachen, Buch rausholen und ein paar gemütliche Stunden verbringen.

Der Mann schräg gegenüber werkelte an seinem Notebook und fiel zunächst nur dadurch auf, dass er gelegentlich seufzte. Das wurde allerdings zusehends lauter und ähnelte schon mehr einem Stöhnen. Dann beging ich den Fehler, Augenkontakt aufzunehmen, in der Hoffnung, ihm dadurch klarzumachen, dass er nicht alleine sei. Dummerweise interpretierte er das als Aufforderung zum Gespräch.

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