Der optimale Grad des Reichtums

Ist es nicht verrückt, wie viel Zeit wir darauf verwenden, Vermögen zu erwerben, und später dann die erworbenen Werte renditestark anzulegen, in der Substanz gegen Ansprüche Dritter und die Willfährigkeiten des Marktes zu schützen, und sie im letzten Schritt möglichst unangetastet an die nächste Generation weiterzugeben? Wieviel Lebenszeit, Stress, Ängste, Frust und vielleicht Verzweiflung ist damit verbunden!

Diese Lasten bedeuten nicht zwangsläufig, man solle gleich ganz auf das Streben nach Reichtum verzichten. Denn wer in Armut lebt, hat zwar nicht diese ‚Sorgen‘, dafür aber eine Menge anderer, die i. d. R. auch wesentlich existenzieller sind als die der Begüterten.

Eher wäre es interessant zu wissen, ob es einen optimalen Grad des (individuellen) Reichtums gibt, ein Niveau, auf dem Existenzängste keine Rolle mehr spielen, weil man reich genug ist, aber eben doch nicht so reich, dass man seine Lebenszeit mit Renditejagd und Vermögenssicherung verbringen müsste.

Weiterlesen

Das Ende des Gierkapitalismus

Wer mit nüchternem Blick unsere vom Marktkapitalismus geprägte Welt mit all ihren vielfach beschriebenen Auswüchsen an Gier, Profitstreben, Effizienzdiktatur, Zahlenunterwerfung, Egoismus usw. betrachtet, der wird wohl kaum traurig sein, wenn dieses individuelle und gesellschaftliche Modell durch ein anderes und besseres ersetzt wird.

Wie der Post-Kapitalismus aussehen wird, weiß ich nicht. Dass er aber kommen wird, das steht fest, und zwar aus verschiedenen Gründen:

Weiterlesen

Hellseher und Gierprediger

„Das Bundesamt für Bevölkerungsforschung, das Statistische Bundesamt und die Vereinten Nationen (UN) … gehen davon aus, dass die Bevölkerung in Deutschland schrumpfen wird. Ich glaube nicht an diese Zahlen. Ich erwarte, dass 2050 in Deutschland 93 Millionen Menschen leben werden. Vielleicht sogar noch mehr.“ (Hermann Simon, 93 Millionen werden wir sein, DIE ZEIT 25.2.2016, S. 29). Weiterlesen