Bloggen in Zeiten von KI

Bloggen ist wie ins Leere schreiben, in der Hoffnung, dass irgendwo eine Realität auftaucht, in deren mentalem Netz die Botschaft sich verfängt und etwas bewirkt. Früher waren damit Menschen gemeint, heute wohl in erster Linie KI-Robos.

Lohnt sich überhaupt noch der Versuch, die Menschen mit klugen Ideen zu versorgen, wenn sie schon überfordert sind, sich angesichts der Informationsüberlast nicht irgendwelchen vereinfachenden Denkmodellen zu verschreiben, egal wie dumm sie sind, Hauptsache, sie werden von anderen geteilt?

Der Meinung anderer zu folgen war immer schon einfacher, als selber zu denken. Je geringer die Bildung, desto leichter haben es die Rattenfänger. Dabei korreliert Bildung nur schwach mit einem schulischen oder selbst akademischen Qualifikationsnachweis, der schon vor dem Siegeszug der KI nur dokumentierte, dass das Gehirn mit einem bestimmten Quantum an Wissen vollgepfropft wurde, aber nicht, auf welchem Bildungsstand man ins Leben entlassen wurde.

Im Grundsatz könnte Bloggen ein Instrument sein, eigene Meinungsbildung und Denkfähigkeit zu „bilden“. Aber das ist wohl auch mehr Wunschdenken als ein realisierbares Ideal. Nur die wenigsten haben noch Zeit und Lust, längere Texte zu lesen und sich zu disziplinieren, um Erkenntnisfortschritte zu erreichen. Wozu auch? Es ist wesentlich lukrativer, mit Bild, Ton und wenig Inhalt Aufmerksamkeit zu erhalten und andere zu „influencen“.

Zwei Hoffnungsschimmer bleiben:

Der kleine ist, Blogbeiträge wie eine Art Flaschenpost im Meer der verrückten Realität zu verstehen, und auf das Schicksal zu hoffen, dass sie nicht untergeht, sondern einen geneigten und geeigneten Zufallsempfänger findet.

Der große ist die Zuversicht, dass nichts bleibt, wie es ist, und dass auch mal wieder bessere Zeiten kommen, in denen das Geblogte zumindest von der KI noch verstanden und (hoffentlich korrekt) verarbeitet wird.

American Nero

Vom römischen Kaiser Nero wird berichtet, er habe Rom angezündet, aus Verrücktheit oder um sich einen neuen Palast bauen zu können. Historisch belegt ist das keineswegs, aber das ist letztlich auch irrelevant. Viel interessanter ist, dass die Menschen es seit Jahrhunderten als plausibel erachten, dass ein Herrscher zu so etwas fähig sein kann, wenn er im Kopf nicht ganz dicht ist.

Aber sind nicht alle Diktatoren dieser Gefahr ausgesetzt? Natürlich geben sie vor, ihrem Land zu neuer oder alter Größe zu verhelfen, aber (wenn sie nicht ohnehin nur primitive Kleptomanen sind, die ihr Volk plündern) in ihrer ideologischen Verquertheit sind sie nicht mehr in der Lage, (selbst wenn si es wollten, was man sicher nicht standardmäßig unterstellen kann), wirklich Großes zu leisten. Mag es auch eine Weile so sein, dass die Menschen glauben, dass alles besser wird und nicht nur der Staat, sondern jeder Einzelne an Größe gewinnt, am Ende kommt der Niedergang, wenn nicht die Zerstörung. Die Deutschen kennen das nur all zu gut. Ein angeblicher hero entpuppt sich fast immer als zero, und je länger jemand an der Macht ist, desto wahrscheinlicher ist das.

Natürlich sind die Umstände dieser sozialen Gesetzmäßigkeit immer andere, aber gut ausgehen tut es nur, wenn diese Typen noch rechtzeitig genug entmachtet werden, sei es durch einen demokratischen Prozess, sei es durch Gewalt von innen oder außen.

Auch heute dürfen wir wieder miterleben, wie jenseits des Atlantiks jemand ein Imperium zugrunde richtet. Mal schauen, wie lange man ihn agieren lässt, sobald die ersten erwartbaren negativen Folgen offenkundig werden. Denn von alleine wird er sich nicht eines besseren belehren. So etwas gibt es nur in Kitsch-Filmen wie American Hero.

Die Europäer machen sich zurecht Sorgen über die Zukunft, aber aus einem falschen Grund: Es sind nicht in erster Linie die kurzfristigen Europa-schädlichen Entscheidungen, die sie fürchten müssen, denn diese können (und werden früher oder später) rückgängig gemacht werden. Problematischer ist, dass die Amerikaner – wenn das Spielchen länger dauert – nicht mehr in der Lage sein werden, die Pax Americana, von der der Westen massiv profitiert hat, aufrecht zu erhalten, weil das Land zu sehr mit sich und seinen Problemen beschäftigt sein wird.

Selbst wenn der MAGA-Mann relativ zügig ein zahnloser Tiger wird, hat der Vertrauensverlust der Verbündeten und die Verachtung der Feinde schon erheblichen Schaden angerichtet. Damit wären alle Voraussetzungen gegeben, dem Golden American Age endgültig Farewell zu sagen und hierzulande neue Überlebensstrategien für die nächsten Jahrzehnte zu entwickeln.

Meinungsfreisein

Meinungsfreiheit ist eine wichtige zivilisatorische Errungenschaft und zurecht grundrechtlich abgesichert. Sie steht jedem/jeder zu, egal wie klug oder denkfaul er/sie ist. In Zeiten einer multimedialen und internetbasierten Jederzeitundallerortmassenkommunikation führt dies unbestrittenerweise zu qualitativ sehr unterschiedlichen Ergebnissen, denen man leider auch nicht ohne weiteres ausweichen kann, auch wenn man sich mit etwas Übung und Erfahrung selbstdefinierte Warnindikatoren erarbeiten kann, welche Meinungsäußerungen man nicht zur Kenntnis zu nehmen braucht. Umgekehrt finden sich heutzutage natürlich auch ohne weiteres bestätigende Quellen zu allem, was man sich schon immer gedacht, aber vielleicht noch nicht gesagt hat (willkommen in der Blase).

Beim informationsberieselten Durchschnittsmenschen führt die Flut an Informationen und Meinungen, die man als Laie selbst ohne Berücksichtigung absichtlicher Fakenews kaum qualitativ einschätzen kann, dennoch zum Eindruck, er könne sich zu allem Möglichen eine belastbare Meinung bilden, Warum auch nicht, schließlich wird jedenfalls im politischen Diskurs ständig die Erwartung geäußert, man solle sich zu praktisch allem eine persönliche Meinung bilden. Als Folge mutiert das Ideal des aufgeklärten Bürgers, Konsumenten oder Anlegers dann fast zwangsläufig zur Realität des meinungsfreudigen Kommentators von allem und Jedem, vom Wert des Deutschseins über Trump zum Klimawandel usw. usw.

Meinungsfreiheit bedeutet damit zwangsläufig auch Meinungsvielfalt. Das wäre grundsätzlich ok, wenn nicht, ja wenn nicht mit der Meinung das psychische Bedürfnis des Rechthabens und -bekommens verbunden wäre. Objektiv betrachtet zwingt zwar nichts dazu, widerstreitende Meinungen einfach so stehen zu lassen. In der Realität ist aber Toleranz heute nicht weiter verbreitet als früher, nur dass damals die Meinungen weit überwiegend einheitlich waren, heute aber gerade nicht. Gerade wenn die Meinungen einen ideologischen oder moralisierenden Überbau haben, der heute zwar anders und weniger aussieht als früher, weil er nicht mehr sozial oder religiös geprägt ist, aber nicht weniger Geltung beansprucht, führt die Vielfalt zu Streit, Ablehnung und Hass.

Es ist zu vermuten, dass für Letzteres ein Programmfehler der menschlichen Psyche verantwortlich ist, der sich mangels abschwächender externer Autoritäten (wie z. B. christliche Nächstenliebe oder buddhistische Gelassenheit) virenhaft verbreitet hat und auch mit Achtsamkeitsübungen nicht zu beheben ist.

Am wirksamsten wäre wohl ein neuronales Update mit der Kognition, dass niemand verpflichtet ist, Meinungen zu äußern oder überhaupt Meinungen zu haben. Denn wer frei von Meinungen ist, kann sie nicht verkünden und muss sie auch nicht verteidigen, er muss sich nicht einmal bemühen, sich eine Meinung zu bilden. Individuell würde das zeitliche, mentale und psychische Ressourcen schonen, sozial zur Befriedung und leichteren Konsensfindung beitragen.

Natürlich muss man dabei differenzieren: Wenn etwas das eigene Leben, Wohlergehen usw. konkret betrifft und die eigene Meinung hierbei tatsächlich den Unterschied machen kann, dann sollte man auch den Aufwand betreiben, sich eine zu bilden. Aber die meisten medial diskutierten Themen erfüllen mindestens eine der beiden vorgenannten Bedingungen nicht, und dann sollte man sich auch nicht darum kümmern, zumal ohnehin die Informationslage definitiv immer so ist, dass man sich als im Endergebnis fehlinformiert betrachten muss, was erst recht eine Meinungsbildung vollkommen sinnfrei macht. Selbst der sogenannte öffentliche Diskurs ist genauer betrachtet reines Entertainment.

Wenn jemand das Meinen trotzdem mag und sein Leben damit vergeuden will, dann ist das ok: Auch das ist Teil unserer Freiheit. Aber das Thema Meinung wäre ein sehr geeigneter Anlass, nicht nur im Materiellen, sondern auch im Gedanklichen von der Suche nach Freiheit auf die nach Freisein überzuwechseln (auch das ist im Übrigen grundrechtlich abgesichert).

Weltversteher

Es gibt so viele Menschen, die Weltverbesserer oder zumindest Weltweiser sein wollen. Aber wie soll das gelingen, wenn sie nicht einmal Weltversteher sind?

Sollte diese Feststellung den Eindruck erwecken, ich würde mich zu letzter Kategorie zählen, dann widerspreche ich ausdrücklich. Nicht einmal etablierte Philosophen würde ich per se als Weltversteher betrachten, sondern eher als Weltdeuter. Und Theologen schon gar nicht, da diese sich ja grundsätzlich nicht mit der realen Welt beschäftigen.

Was sind denn Weltversteher? Tja, wenn das so einfach wäre.

In Frage kämen naheliegenderweise Wissenschaftler, aber diese beschäftigen sich leider nicht mehr mit der ganzen Welt, sondern nur noch mit Teilen derselben. Vermutlich würden hier alle Grundlagenwissenschaftler aus Natur- und Gesellschaftswissenschaften widersprechen. Daher muss präzisiert werden: Sie beschäftigen sich zwar mit der ganzen Welt, aber nur in ihrer jeweiligen Wissenschaftsperspektive, mit ihren spezifischen Methoden und Begriffen.

Wenn also schon die Wissenschaftler nur einen Teildurchblick haben, wer soll dann noch ein echter Weltversteher sein? Tja, wenn man das mal wüsste.

Genau das ist das entscheidende Problem: Die Welt ist so vielfältig und komplex, so veränderlich und undurchschaubar, so widersprüchlich und widerspenstig, dass die Menschheit überfordert ist, daraus ein Gesamtverständnis zu entwickeln, das alle Dimensionen berücksichtigt. Wenn aber einseitig qualifizierte Experten (also Fachidioten) an einem hyperkomplexen System herumwerkeln, dann führt das zwar nicht zwangsläufig zu dem, was die Chaostheorie postuliert (dass ein Schmetterlingsflügelschlag in Australien in New York ein Hochhaus zum Einsturz bringen kann), aber je nachdem, was wir zur Rettung der Welt unternehmen, muss man angesichts des Vorstehenden in Kauf nehmen, dass es sich um ein ernstes Vabanque-Spiel handelt, weil wir nicht verstehen, was wir da tun bzw. anrichten. Tja, wenn das mal gut geht.

In den Sinn kommt mir da das Potenzial der KI, der man ja jetzt schon den Status einer modernen Version des Steins der Weisen zuerkennen kann bzw. muss. Da kann man nur hoffen, dass sich diesmal tatsächlich die Hoffnungen auf die Existenz und das Leistungsvermögen des Übermenschlichen bewahrheiten werden und nicht alles im genauen Gegenteil endet. Tja, schau‘n mer mal.

Zukunft in Sicht !

Die Zeiten sind schlecht, und es sieht nicht danach aus, als würden sie von alleine in absehbarer Zeit mal wieder nennenswert besser. Alle Welt bläst Tristesse, Gelassenheit und Optimismus weichen Alarmismus und Depressivität.

Dabei ist das alles nicht zwingend, sondern nur möglich oder allenfalls wahrscheinlich. Es gibt auch gute Gründe, gelassen zu bleiben und Vertrauen in die Zukunft bzw. seine eigene Zukunft zu wahren.

Geistige Raum- und Zeitreisende

Wir leben in einer Zeit von immer und überall im Überfluss verfügbaren Informationen, aber einer geringen Befähigung, diese einschätzen und sinnvoll nutzen zu können. Vor allem wirft dies die Frage auf, was unter diesen Umständen mit unserer gedanklichen Autonomie passiert. Wie muss unser Gehirn „programmiert“ sein, um in der Informationswunderwelt als eigenständiges Denkinstrument noch eine Rolle zu spielen und nicht zum Repositorium halbverstandener Informationsfetzen zu degenerieren, das durchaus in der Lage ist, das Dasein operativ zu bewältigen, dessen Individualität sich aber nur aus der zufälligen Agglomeration fremdgenerierter Infobits ergibt, die man jeweils für bare Münze nimmt?

shapen

Neulich wurde mir bewusst, dass bodyshaper – die moderne Variante des guten alten Korsetts in den vielfältigsten Ausführungen – immer noch hoch im Kurs stehen, vermutlich als preisgünstige Alternative für Schönheits-OPs oder jahrelange Körpertrainingsquälerei.

Gäbe es analog bloß auch brainshaper, die unser natürliches Gehirn zwar nicht durch KI ersetzen, es aber ohne jahrelangen Schul- und Hochschulbesuch in ein leistungsfähiges Format bringen sollen, wird manch einer sich denken! Der Wunsch dürfte nicht lange unerfüllt bleiben: Chip-Gehirnimplantate werden wohl bald schon ihre ersten Interessenten finden.

Da Pharma- und Drogenindustrie auch schon gute Fortschritte in der Steuerung unserer Emotionslage gemacht haben und ihre emotionshaper einen reißenden Absatz finden, bleibt letztlich nur der soulshaper, um das Quartett zu vervollständigen. Religiöse, Spirituelle und sonstige Überirdische tun zwar seit Jahrtausenden diesbezüglich ihr Bestes, aber alle Modelle scheinen irgendeinen Konstruktionsfehler zu haben, so dass wir in dem Bereich wohl noch eine Weile auf uns selbst angewiesen sind, um Erlösung zu erreichen.

Und was bleibt bei all dem shapen vom „echten“ Menschen? Bloßer Rohstoff für geshapte Menschenkunstwerke? Die Natur wollen wir zwar retten, aber uns selbst betrachten wir offenbar nicht mehr als einen gelungenen Teil derselben.

Widerspruchsungeist

Im Journalismus, aber auch im Privatleben, gibt es die ewigen Infragesteller, Besserwisser, Bedenkenträger und Grundsatznörgler, deren Charakter es ihnen offenbar unmöglich macht, Aussagen anderer einfach zu akzeptieren.

Gerade für diese Wichtigtuer, die im Übrigen meist über eine begrenzte Einsichtsfähigkeit verfügen, ist es daher nützlich, ein paar Tricks zu beherrschen, mit denen man die Meinung anderer in ihrer Wirkung und Bedeutsamkeit schwächen kann. Das kann man lernen, und wenn diese Menschen überhaupt etwas beherrschen, dann diese Techniken (die allerdings auch nicht sonderlich anspruchsvoll sind).

Wie also lernt man, auf polemische Weise Menschen bzw. ihre Meinungen infrage zu stellen?

Trick 1: Argumentiert der Gegenüber differenziert, bezichtigen Sie ihn der Erbsenzählerei, der unnötigen Verkomplizierung, des Ausweichens harter und einfacher Fakten, der gezielten Verwirrung oder mangelnder Klarheit u. ä.
Trick 2: Versucht er, Dinge gegeneinander abzuwägen, unterstellen Sie ihm wahlweise mangelnde Eindeutigkeit, Entscheidungsschwäche, unnötige oder falsche Abwägungskriterien usw.
Trick 3: Verweist der Andere auf die Komplexität eines Themas, fordern Sie eine einfache Stellungnahme, unterstellen Sie ihm ein Ausweichmanöver oder Angst vor unangenehmen Wahrheiten.
Trick 4: Äußert er seine persönliche Meinung, bemängeln Sie fehlende Objektivität, nicht erfolgte Abstimmung mit irgendwelchen Gremien, entgegenstehende Meinungen von Parteikollegen, Koalitionspartnern, Vorgesetzen usw.
Trick 5: Gibt Ihr Gesprächspartner Fehler zu, deuten Sie dies als Anbiederung, Offenbarungseid, fehlende Kompetenz oder fragwürdige Berechtigung zur Amtsausübung.
Trick 6: Suggerieren Sie ergänzend Unglaubwürdigkeit, private Schwächen u. ä. durch eingeflochtene sachfremde Informationen über Privates, Vergangenes, Irrelevantes, unpassende Aussagen Dritter usw.
Trick 7: Interpretieren Sie seine Körpersprache, die angeblich etwas anderes besage als seine Aussage.
Trick 8: Greift das alles nicht, hilft es ggf.  noch, den Kontrahenten zu ignorieren bzw. totzuschweigen.

Besondere Freude bereiten diese Techniken übrigens, wenn man es diesen Deutungsnörglern mit gleicher Münze heimzahlen kann …

Unvorstellbar

Die ZEIT (2.3.2022) hat eine ganze Seite nur mit der Frage „Was ist jetzt noch unvorstellbar?“  versehen und den Rest der Seite zzgl. der nächsten Seite weiß gelassen für Antworten der Leser (in einer folgenden Ausgabe).

Meine Antwort wäre ein weißes Blatt Papier. Mehr könnten Worte auch nicht sagen.

Aber ist das wirklich neu? Die Realität war schon immer unvorstellbarer als der mediokre menschliche Geist. Aber vielleicht entdeckt die ZEIT ja Sphären des Denkens, die ihr bislang verborgen geblieben sind.

Bücherschrumpfen

„Es wäre mir recht, wenn Sie die geschriebenen Wörter und Sätze in diesem Buch so lesen würden: Erlauben Sie all den Dingen, die Sie nicht brauchen können, sich einfach zu verflüchtigen. Es wäre nicht schlecht, wenn man Bücher drucken könnte, in denen bei jedem Leser nur die Sätze übrig bleiben, die für ihn wichtig waren. Die anderen könnten verschwinden oder verblassen wie eine Geheimschrift. Wenn die übrig gebliebenen Sätze dann auch noch zusammenrücken würden, könnten wir unsere privaten Bibliotheken schön verkleinern.“

Hanne Seemann, Freundschaft mit dem eigenen Körper schließen, Stuttgart 2007/2016 (10. Aufl.), S. 7.

Und am allerliebsten wäre es mir, ich wüsste schon vor Beginn des Lesens, wie dick ein solchermaßen geschrumpftes Buch in Wirklichkeit ist bzw. wird.