Wehrt Euch, Ihr Frauen!

Zum Weltfrauentag möchte ich einen persönlichen Appell an alle Frauen in diesem Land richten, die wirklich kritikwürdigen Zustände nicht mehr hinzunehmen, und zwar mit einer doppelten Strategie:

Gegen Männer

Es ist naiv zu glauben, Männer würden von alleine ihre Machtposition aufgeben, nur weil Frauen zetern, fordern, drohen, beschimpfen. Warum sollten Sie? Wer es mit Druck und Zwang versucht (z. B. auch mit Hilfe der Gesetzgeberin), wird die Reaktion erhalten, die Männer auch in anderen vergleichbaren Situationen zeigen: Sie produzieren Gegendruck, und irgendwann endet es in Gewalt.

Wer etwas von jemand anderem erwartet, muss eine Win-Win-Situation schaffen. Wer auf Win-Lose setzt, wird nicht weit kommen. Schon gar nicht, wenn man alle Männer pauschal kritisiert, obschon die meisten harmlos sind, sich aber gerade deswegen nicht einfach wegschubsen lassen wollen. Warum auch sollten sie das gut finden, was Frauen für sich ablehnen? Nur weil frau es von ihm verlangt?

Also Ihr Frauen, seid kreativ und listig statt nur provokant und fordernd. Fokussiert die echten Übeltäter und überzeugt die anderen Männer, warum es auch zu ihrem Vorteil ist, sich für Fraueninteressen einzusetzen!

Gegen Frauen

Die Saboteure der Fraueninteressen sitzen nicht nur im Männerlager, sondern auch in den eigenen Reihen. Damit meine ich jene, die sich zu schade sind, überzeugend zu argumentieren, und denen es zu reichen scheint, das Recht Haben und Bekommen aus ihrem Frausein abzuleiten.

Das ist genauso dumm und kritikwürdig wie das Verhalten der Männer, die frau doch gerade zum Umdenken bringen möchte. Und das bringt nicht nur nichts, sondern ist kontraproduktiv, weil es den Interessen der Frauen schadet.

Wer zum unendlichsten Male dieselben Parolen wiederholt, sich dabei aber keinerlei Mühe gibt, differenziert und begründet zu argumentieren, der muss sich nicht wundern, dass er nicht ernst genommen wird. Wer etwas erreichen will, der muss überzeugen. Warum also sich aufs Jammern und Fordern beschränken, Scheindiskriminierungen anprangern und die Wählerschaft für blöde verkaufen?

Beispiele: Es wird mehr (rechtliche) Gleichberechtigung gefordert, dabei ist die längst realisiert. Richtigerweise müssten die Forderungen sich auf (tatsächlicher) Gleichbehandlung beziehen, die noch nicht verwirklicht ist.

Es wird ungleiche Bezahlung kritisiert, aber nicht erklärt, wie das möglich ist, wenn es doch keinen Tarifvertrag gibt, der ohne triftigen Grund Männer besser behandelt als Frauen. Das bedeutet, dass es vor allem eine Frage der Qualifikation und der Eingruppierung ist, ob Frauen gleichviel erhalten wie Männer. Nur wenn hier ungerechte Verhältnisse vorliegen, die von Männern verursacht werden, ist Kritik berechtigt.

Was können Männer dafür, dass Frauen sich bevorzugt für soziale Berufe interessieren, von denen bekannt ist, dass sie schlechter bezahlt werden? Wer besser bezahlt werden will, sollte einen anderen Job wählen oder dafür sorgen, dass diese Berufe besser bezahlt werden. Für die Marktverhältnisse und die Gesetzgebung sind jedenfalls nicht die Männer alleine verantwortlich.

Mehr Frauen sollen in Führungspositionen gelangen, mit dem Argument, dass sie anders führen. Besser wäre es, endlich mal einen Beweis dafür zu führen, dass sie auch besser führen. Der erste Eindruck ist, dass jedenfalls Angela Merkel zwar anders führt als Helmut Kohl, aber nicht besser. Eine Gesetzmäßigkeit ist es also nicht, dass Frauen die besseren Führungskräfte wären.

Also Ihr Frauen, fokussiert Euch auf die wirklichen Probleme! Unterstützt z. B. die Forderungen alleinerziehender Mütter und nicht jene nach mehr Frauen in Führungspositionen, die ohnehin nur einem kleinen Kreis zugute kommen, und zwar jenen gut qualifizierten Frauen, die ohnehin schon gut verdienen! Und lasst Euch nicht von Euren denkfaulen Geschlechtsgenossinnen für dumm verkaufen und für deren (manchmal sogar persönlichen) Interessen einspannen, egal wie ostentativ feministisch sie sich geben!