Hugh! Merkel hat gesprochen!
Und wieder einmal wird das, was eigentlich eine geistig-politische Entblößung ist, als Epochenwende in die Welt posaunt.
Hugh! Merkel hat gesprochen!
Und wieder einmal wird das, was eigentlich eine geistig-politische Entblößung ist, als Epochenwende in die Welt posaunt.
Die Amokfahrt eines offenbar unter Drogen stehenden Mannes in New York hat einen Trend bestätigt, den man schon seit einiger Zeit beobachten kann: Kriminelle Handlungen erreichen blitzschnell weltweite Aufmerksamkeit, wenn man sie mit Terror in Verbindung bringen kann, worin in erster Linie islamistisch inspirierter Terror verstanden wird und sich gegen Menschen westlicher Gesellschaften richtet.
Mögen Anhänger der unterschiedlichen islamischen Glaubensrichtungen sich gegenseitig massakrieren, wen interessiert’s? Mögen weiße Männer ihre Kinder zu Tode prügeln, das trifft uns nicht, darum soll sich die Justiz kümmern. Diese Liste könnte man endlos weiter führen. Kriminalität interessiert uns eigentlich nur noch dann, wenn es irgendwie speziell ist und wir Gaffer sein dürfen und uns die Chance geboten wird, uns zu entrüsten.
Da kommt der sogenannte „Terror“ gerade recht, zumindest machen Politiker und Medien uns das weis. Mir will nur nicht einleuchten, warum uns Terror-Tote mehr interessieren sollten als normal Umgebrachte: Was ist daran besonders schlimm? Den Getöteten wird es vollkommen egal sein, warum ihnen letztlich jemand unverdienterweise das Leben nimmt, verachtungswürdig ist es so oder so. Warum also das Buhei um den Terror?
In die politische Kulturdiskussion hat ein neuer Terminus Einzug gehalten, der aufgrund seiner Vieldeutigkeit das Potenzial für eine steile Karriere hat: Kulturelle Sicherheit. Vor allem die Konservativen dürften diese Wortkombination in Zukunft nutzen, da sie das Sicherheitsthema ohnehin als ihre Domäne betrachten und die Rettung der bedrohten (deutschen) Kultur ihnen ein wichtiges Anliegen ist. Weiterlesen
Seit Jahren wird in den Bundesländern darüber diskutiert und politisiert, entschieden und kritisiert, welche Schuldauer für GymnasiastInnen angemessen sei. Dazu ist inzwischen eigentlich alles gemeint, aber wenig bewiesen worden. Nachdem man inzwischen einige Erfahrungen sammeln konnte, hat sich kürzlich im Auftrag der Mercator-Stiftung Prof. O. Köller vom Kieler Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik die vorliegenden Erkenntnisse angesehen und sie wissenschaftlich ausgewertet (Langfassung bzw. Kurzfassung).
Dabei kam einiges Ernüchterndes zutage (Zitate kursiv), das man in einem weiter gefassten Kontext nur bestätigen kann: Weiterlesen
Die „Philosophin“ Hannah Arendt hat vor fast 50 Jahren einen Text zum Thema Wahrheit und Politik verfasst, der aktueller gar nicht sein könnte und zeigt, dass die derzeitige „Postfaktizismus-Hysterie“ alter Wein in neuen Schläuchen ist und in gewisser Weise vorausahnbar war, auch wenn Arendt vermutlich nicht damit gerechnet hat, dass ihre „Prognosen“ ausgerechnet so deutlich in ihrer Wahlheimat USA bewiesen werden sollten (aber nicht nur dort!).
Die Ausführungen sind so gut, dass sich eine Zusammenfassung verbietet. Eine Audiofassung findet sich auf youtube, eine gedruckte Fassung beim Piper-Verlag.
Globetrottel = Variation der Spezies homo sapiens‒, deren Vertreter sich zunehmend verbreiten und einen typischen mentalen Defekt dahingehend aufweisen, dass sie sich einbilden, das Jetten zwischen Erdteilen mit kurzzeitigen Auslandsaufenthalten, der Konsum ausländischer Waren und die Empörung über skurrile ausländische Potentaten mache sie zu Weltbürgern und geborenen Subjekten universeller Menschenrechte, die weniger kosmopolitische Individuen sich erst mal erkämpfen müssten.
„Alle Menschen sind sterblich.“ Noch gilt dieser Spruch. Aber wie lange noch?
Wenn man den neuesten Forschungsergebnissen Glauben schenkt (s. ZEIT 6.4.17, S. 29 ff., SPIEGEL 16/2017, S. 12 ff.), sind die Erkenntnisse so weit gediehen, dass zumindest die jüngere Generation ernsthaft davon träumen darf, ihr Leben nennenswert verlängern zu können, und zwar in einem frühen Stadium und nicht erst als Greise.
Es liegt nahe, zu vermuten, dass die meisten Menschen diese Chance werden nutzen wollen. Aber geht damit wirklich ein Menschheitstraum in Erfüllung, wie gerne behauptet wird? Vieles spricht dafür, dass dies für die Menschheit insgesamt (und unseren Planeten) eher zum Albtraum wird.
Mehr als einmal hat man bei Gesetzgebungsverfahren den Eindruck, dass die öffentlichen Diskussionen nur pro forma geführt werden, während die echten Entscheidungen längst anderswo getroffen wurden.
Ein besonders gelungenes Schauspiel (oder im modern speak: Fake) spielt sich gerade in Sachen Gesetz über die Regelung der Suche nach einem Atommüllendlager in Deutschland ab (offiziell Gesetz zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle, BT-Drs. 18/11398).
Zu den Errungenschaften der westlichen Zivilisation zählt zweifellos das Demokratieprinzip als grundlegender Ordnungsgrundsatz unseres Gemeinschafts- bzw. Staatswesens. Es hat in den letzten 200 Jahren in vielen Staaten in verschiedensten Ausprägungen auch ordentliche Dienste geleistet und scheint hierzulande den meisten so selbstverständlich, dass leicht übersehen wird, dass dessen Konkretisierung – insbesondere durch das allgemeine Wahlrecht – schon seinerzeit (auch in Deutschland) keineswegs zügig und problemlos erfolgt ist.
Die Stärke der Demokratie ist, dass die Masse des Volkes nicht nur nach ihrer Meinung gefragt wird, sondern im Prinzip das Votum der Mehrheit auch tatsächlich in Macht und Führungsanspruch umgesetzt wird, und zwar so, dass alle paar Jahre jeder eine Chance auf Machtbeteiligung erhält (zumindest in der Form, dass er die „Richtigen“ wählt). Ihre Attraktivität verdankt die Demokratie daneben auch der Tatsache, dass sie mit den Freiheits- und Gleichheitsgrundsätzen gut vereinbar ist – sofern man diese denn (wie in den westlichen Staaten üblich) tatsächlich einführtl, was allerdings nicht zwingend denknotwendig ist.
Leider schwächelt die Demokratie aus verschiedenen Gründen, die in Verbindung mit der doppelten Frage stehen, ob die Demokratie in den westlichen Staaten nicht schon „überreif“ ist, und ob weniger entwickelte Staaten überhaupt schon reif für die Demokratie sind. Wenn dem so ist, kann die Demokratie dann über einen geeigneten Reifeprozess gerettet werden? Weiterlesen