Nein, keine Sorge, der Diesel floriert und gedeiht. Und nachdem ihm Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann (angeblich ein Grüner) attestiert hat, dass Dieselmotoren als Übergangstechnologie unverzichtbar seien, ist den deutschen (und europäischen) Autobauern praktisch die Absolution erteilt.
Das Volk protestiert nicht, denn entweder ist es verblödet oder es profitiert vom Diesel als Autobauer, Autofahrer, Autoaktionär, Autodeutscher usw.
Schade nur, dass dieses Bild der Harmlosigkeit einen massiven Haken hat: Diesel tötet, und das nicht zu knapp (Nature, ZEIT 18.5.2017 ): 107.600 verfrühte Todesfälle im Zusammenhang mit Dieselabgasen alleine in 2015 in den 11 größten Dieselmärkten weltweit. Davon hätten 38.000 verhindert werden können, wenn zumindest die Grenzwerte im Straßenbetrieb eingehalten worden wären, der Rest ist sozusagen legaler Kollateralschaden.
In anderem Kontext nennt man die Verantwortlichen für auf eigene Entscheidungen zurückzuführende bzw. bewusst in Kauf genommene Todesfälle auch schon mal Massenmörder. Aber wenn sich nur ausreichend viele daran beteiligen und es um viel Geld geht, dann sind inkrementelle Kriminelle offensichtlich nur unschuldige Rädchen in einer mörderischen Wirtschaftsmaschinerie (Woran erinnert einen das bloß …?).
Vergleicht man diese Zahlen mit jenen der Terrorakte im Jahre 2015 (Global Terrorism Database), dann sollte für die Autoindustrie jedenfalls die allerhöchste Terrorwarnstufe gelten.