Leben auf der Erde

Gab es irgendwann Leben auf dem Mars? Zur Beantwortung dieser Frage werden  Abermilliarden ausgegeben (s. die Beispiele der Mars-Projekte Mars Perseverance oder Mars One, oder die diesbezüglichen Zukunftspläne der NASA).

Und wieviel Geld wird für die Beantwortung der Frage ausgegeben, ob es irgendwann noch Leben auf der Erde geben wird?

Biologisches Risiko Mensch

Bisher dachte man, die natürliche Umwelt sei das schwächste Glied in der ökologischen Kette. Durch Corona haben wir gelernt, dass es der Mensch selbst ist. Zwar wussten wir, dass er der Zerstörer ist, aber die Menschheit glaubte überwiegend, sie werde durch ihre Macht über die Technik überleben. Jetzt wissen wir, dass die Biologie des Menschen seine Schwachstelle ist.

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Kreuz- und Quergedenke

Es wird zur Zeit viel Aufhebens gemacht von „Querdenkern“ und Konsorten. Warum eigentlich? Halbgare Ideen, schwache Argumente, fehlerhafte Logik, schwülstiges Gerede und Verweigerung der Realität hat es immer schon gegeben und als solches nie viel bewirkt.

Ein wesentlicher Unterschied zu früher ist allerdings, dass diese Leute jetzt organisiert auftreten. Das hebt zwar nicht die Qualität, wohl aber steigert es die Quantität. Und das reicht, um die Demokraten aufzuwecken, weil „ihre“ Demokratie plötzlich gefährdet erscheint, womit sie (wie z. B. der bayrische Ministerpräsident) in Wirklichkeit ihre Mehrheit meinen. Bei genauer Betrachtung bringen diese z. T. antidemokratischen Reaktionen auf die Proteste die Demokratie eher in Gefahr als das Sammelsurium uneiniger Protestler. Insoweit sollte man die „Feinde der Demokratie“ anderswo suchen als bei Letzteren.

Mich stört viel mehr, dass der Begriff „Querdenker“ von diesem Denkproleten gekapert wurde. Was früher als Lob gedacht war, weil der Schwerpunkt auf „-denker“ lag, ist heute zu einem „Kreuz- und Quergedenke“ von Wirrköpfen verkommen, die sich zudem noch bereitwillig von außen manipulieren lassen. Während echte Querdenker eigentlich frische, neue Sichtweisen in eine Diskussion einbringen und das Denken bereichern, stiften die heutigen Querdenker vor allem Verwirrung und Dummheit.

Wenn wir ihnen dennoch den Gefallen tun, sie ernster zu nehmen als es ihnen gebührt, dann liegt das wohl auch daran, dass die echten Querdenker selten geworden sind. Sie sind Außenseiter bzw. sie werden zu solchen gemacht (auch und gerade von den „Demokratiefreunden“) und möglichst ignoriert. Nur wer provoziert und auf Krawall macht, hat noch eine Chance, in die mediale Aufmerksamkeitszone zu gelangen. Und das macht es für die Möchtegernquerdenker leicht, sich selber diesen Nimbus zu geben und den Begriff zu kapern.

Mal schauen, wie lange die Mehrheitsdenke benötigt, um wieder „Ordnung“ herzustellen. Ungelegen kommt es ihr jedenfalls nicht, Querdenker undifferenziert schlechtzureden.

Verkorkste Quotenmethode

In der Antidiskriminierungspolitik versucht man zunehmend, statt des Schutzes des Einzelnen eine Systemverbesserung dahingehend zu realisieren, dass durch die Festlegung von Quoten für typischerweise „diskriminierte“ Gruppen unabhängig von einer Einzelfallbetrachtung eine Besserstellung der Mitglieder dieser Gruppen erreicht werden soll.

Das hat auf den ersten Blick die Vorteile einer einfacheren Handhabung, da nicht mehr tatsächliche Diskriminierung im Einzelfall nachgewiesen werden muss und zudem mit einer einfach zu berechnenden Quote ein Mindestmaß an Absicherung erreicht wird, die man durch kontinuierliche Steigerung der Quote zudem schrittweise ausbauen kann.

Da es in der Gesellschaft vor benachteiligten Gruppen nur so wimmelt, ist daraus ein munteres Spiel geworden, über eine Quote einen ordentlichen Teil des Gesamtkuchens abzubekommen. Noch dominieren dabei jene, deren Benachteiligungsquotient per Definition schon als sehr hoch angenommen wird, zumindest in der Selbstwahrnehmung. Aber was sollte die Gesellschaft daran hindern, in ihrem Gutmenschentum statt komplizierter oder von auslegungsbedürftigen Generalklauseln geprägter Regelungen dieses scheinbar einfach zu handhabende Instrument verstärkter einzusetzen?

In erster Linie die Einsicht in die zahlreichen und grundlegenden Probleme, welche die Quotenmethode letztlich als sehr suboptimales Steuerungsinstrument erscheinen lassen. Was ist damit gemeint?

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Unterlassensfehler

Will man die Qualität von Politik oder Management beurteilen, darf man sich nicht auf das beschränken, was entschieden wurde, sondern muss viel mehr darauf achten, was nicht getan und in Angriff genommen wurde.

Die größten Fehler, die in diesen Bereichen gemacht werden, bestehen nämlich darin, Probleme nicht zu sehen (bzw. nicht sehen zu wollen), nicht präventiv und langfristig zu denken, keine geeigneten Problemlösungen zur Diskussion zu stellen, keine mutigen Schritte zu unternehmen, keinen Plan B zu haben usw. usw.

Das funktioniert deshalb so gut, weil auch die „Aufseher“, und dazu zählen in vorderster Linie die Medien, nicht in der Lage sind, eigenständig zu denken und diese Lücken bloßzulegen, sondern sich ausschließlich am konkret Gesagten, Beschlossenen, Umgesetzten orientieren. Und das Volk schafft es erst recht nicht, diese Unterlassens-Perspektive einzunehmen.

Da demnach nichts Schlimmes droht, solange das konkret Beobachtbare nicht offensichtlich fehlerhaft ist, besteht die beste Strategie der Verantwortungsträger darin, wenig zu tun und dabei auch noch immer auf der sicheren Seite zu bleiben.

Kann man daran etwas ändern?

Das praktische Problem, fehlendes Denken und Handeln erkennen zu können, besteht darin, dass es voraussetzt, das Potenzial des Möglichen ermitteln zu können. Dieses Talent ist nicht jedem gegeben, aber solche kreativen Köpfe gibt es. Nur: Wer schenkt ihnen Gehör? Denn auch hier ist es von Vorteil für Politiker und Manager, diese Ideen erst gar nicht aufkeimen und sich verbreiten zu lassen, um sich nicht selbst unter Druck zu setzen.

Gesucht wird also ein Mechanismus, der diese Lücken transparent macht und dabei nicht von „interessierten Personen“ außer Kraft gesetzt werden kann. Letzteres wird gerne durch Diffamierung („Spinner“, „Verschwörungstheoretiker“ und dergleichen) prophylaktisch initiiert, und auch Fake News, persönliche Angriffe, Entzug von Forschungsmitteln oder Kündigungen sind beliebte Mittel, die Sichtbarmachung des Potenzials zu unterbinden (Denn – auch wenn es hier nicht weiter thematisiert werden soll – natürlich geht es dabei auch um Wohlstandsverteilung und Gewinnströme, und deren aktuelle Profiteure haben mit Sicherheit erst recht kein Interesse daran, dass sich etwas ändert.).

Es wäre schade, wenn erst die Macht des Faktischen, also akute Probleme, die Menschen zur Einsicht in Versäumnisse und zur Bereitschaft, neue Wege zu gehen, bringen würde. Man darf gespannt sein, ob die Corona-Krise diesbezüglich eine Änderung herbeiführt. Die bisherige Entwicklung deutet allerdings nicht darauf hin.

Alles sofort?

Manchmal hilft es, Texte aufzuheben und ein paar Monate später noch einmal zu begutachten. Dann kommt es sogar vor, dass Dinge, die man verbal widerlegen wollte, schon von den Fakten „erledigt“ werden, im vorliegenden Fall von der Corona-Pandemie und dem Umgang damit.
So z. B. der Beitrag von Armin Nassehi: Alles sofort? Das geht nicht (ZEIT 24.10.2019, S. 54).
Dort schreibt er zur Klimapolitik insbesondere Folgendes (Anmerkungen nachstehend): Weiterlesen

Auf Gedeih und Verderb!

„Um Leben und Tod!“ Darum geht es nach offizieller Aussage bei den drakonischsten Eingriffen in das soziale Leben, die unsere Gesellschaft in Friedenszeiten je erlebt hat.

Beim Kampf gegen den Corona-Virus geht es natürlich auch darum, Menschenleben zu retten. Aber in Wirklichkeit soll damit das politische und wirtschaftliche System gerettet werden, dem wir uns auf Gedeih und Verderb ausgeliefert haben. Weiterlesen

Mediales Politiktheater – Akteure und Claqueure

B. Ulrich hat in einem Artikel in der ZEIT kürzlich zurecht angeprangert, dass zwei der wichtigsten gesellschaftlichen Akteure – Politik und Medien – unter einem bedenklichen, vielleicht schon gefährlichen Realitätsverlust leiden, und dass stattdessen die gesamte politische Debatte im „Als-ob-Modus“ abläuft.

Er beschreibt auch einige Facetten dieser Scheinwelt, die ich durch eigene zusätzliche Punkte noch einmal deutlich erweitert habe: Weiterlesen