Die Welt im Theatermodus

Die Welt ist voller Probleme und Herausforderungen, und um hiermit adäquat umgehen zu können muss die Realität richtig erfasst werden.

Als Quelle der Erkenntnis dienen dabei in erster Linie die Wissenschaften. Leider leben sie in einer komplizierten und einigermaßen abgeschotteten Welt. Und damit sie nach außen dringen und dort etwas bewirken, müssen ihre Ergebnisse vereinfacht und verständlich gemacht werden. Diese Translation bzw. Filterung besorgen weitgehend die Medien. Da die Wissenschaften auch noch langsam sind, nimmt ihre Rolle in einer beschleunigten Welt mit einem hohen Bedarf an einfachen Entscheidungshilfen stark ab.

Ersetzt werden sie durch Journalismus, der sich jedoch seinerseits kaum mit Fakten beschäftigt (außer natürlich die wenigen Qualitätsjournalisten), sondern damit, was andere über Fakten, Probleme und Lösungen sagen. Diese „Anderen“ sind manchmal mehr oder weniger Kundige, manchmal mehr oder weniger Zuständige, manchmal auch nur mehr oder weniger Prominente, manchmal sogar Normalbürger. Und wenn es einigermaßen wichtig ist (oder als solches deklariert wird, von wem auch immer), dann wird die Massenmeinung (bzw. „öffentliche Meinung“) abgefragt.

Die Omnipräsenz der Medien, deren Wirkung durch das Internet noch vielfach potenziert wird, hat dazu geführt, dass unsere Kenntnis der Welt – bzw. das, was wir über sie zu kennen glauben – medial vermittelt ist. Zwar gibt es noch unsere persönliche Lebenserfahrung, aber diese ist nicht nur begrenzt, sondern wird auch durch das multimediale Trommelfeuer permanent in Frage gestellt und bei einer steigenden Anzahl Menschen zudem von Fremdmeinungen überlagert. Selbst bei solchen, die nicht in der virtuellen Welt leben, wird jedenfalls der Realitätswahrnehmungssinn durch die mediale Vorprägung massiv beeinflusst.

Daraus hat sich eine Kultur entwickelt, bei der alle derart Befragten und Inszenierten – aber nicht minder die Befragenden und Inszenierenden – sich wie auf einer Theaterbühne verhalten, deren Zuschauer die Medienkonsumenten sind. Sie verhalten sich nämlich nicht authentisch, sondern so, wie es ihre Rolle verlangt bzw. so wie sie glauben, dass sie es verlangt, oder noch so, wie sie ihre Rolle persönlich gestalten wollen.

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Lebenslänge und Lebensgelingen

„Alle Menschen sind sterblich.“ Noch gilt dieser Spruch. Aber wie lange noch?

Wenn man den neuesten Forschungsergebnissen Glauben schenkt (s. ZEIT 6.4.17, S. 29 ff., SPIEGEL 16/2017, S. 12 ff.), sind die Erkenntnisse so weit gediehen, dass zumindest die jüngere Generation ernsthaft davon träumen darf, ihr Leben nennenswert verlängern zu können, und zwar in einem frühen Stadium und nicht erst als Greise.

Es liegt nahe, zu vermuten, dass die meisten Menschen diese Chance werden nutzen wollen. Aber geht damit wirklich ein Menschheitstraum in Erfüllung, wie gerne behauptet wird? Vieles spricht dafür, dass dies für die Menschheit insgesamt (und unseren Planeten) eher zum Albtraum wird.

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Gesetzlich garantierte Endlagerlösung

Mehr als einmal hat man bei Gesetzgebungsverfahren den Eindruck, dass die öffentlichen Diskussionen nur pro forma geführt werden, während die echten Entscheidungen längst anderswo getroffen wurden.

Ein besonders gelungenes Schauspiel (oder im modern speak: Fake) spielt sich gerade in Sachen Gesetz über die Regelung der Suche nach einem Atommüllendlager in Deutschland ab (offiziell Gesetz zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle, BT-Drs. 18/11398).

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KI statt IQ?

Zum Metier der Journalisten zählt eindeutig das Bangemachen. Wenn ihnen nichts Sinnvolles einfällt, oder sie einem Sachthema mehr ‚Brisanz‘ verleihen wollen, erfinden sie einfach Szenarien möglicher zukünftiger Entwicklungen mit dramatischen Folgen. Der typische Angst-Deutsche liest so etwas gerne, bestärkt es ihn doch in seiner psychischen Verfasstheit, und folglich sind dann auch Verleger und/oder Herausgeber zufrieden.

Da wir in einer Welt leben, in der fast alles in ständiger Veränderung begriffen ist, und es keiner großen Einbildungskraft bedarf, einzelne aktuelle Tendenzen ins Negative bis Dramatische zu extrapolieren, finden sich leicht Themen, die man solcherart ‚aufarbeiten‘ kann, ohne dass es uns irgendwie weiterbringt.

Natürlich sind Gedankenspiele und Szenariobeschreibungen wichtige intellektuelle Instrumente der Zukunftsanalyse und -gestaltung. Was dabei von den Medienschaffenden geleistet wird, ist allerdings weit überwiegend von minderer Qualität.

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Weinerlicher Wunderweltwünscher

Es wird mal wieder eine Kuh durchs Dorf getrieben, oder besser gesagt ein Schriftsteller durch Deutschland: Navid Kermani auf allen Kanälen und aus allen Rohren. Der richtige Mann zur richtigen Zeit: Ein Vorzeige-Integrations-Musterknabe, der zudem die deutsche Seele so gut versteht, dass er so deutsch schreibt, dass es deutscher gar nicht geht.

Unter Beweis gestellt hat er das gerade in der FAZ (28.6.16), wo er in einem seitenlangen Beitrag den Mainstream-Gutmensch-Intellektuellen perfekt abgibt.

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Exitus Britannicus?

„Die spinnen, die Briten!“, so denken offenbar viele nach dem Brexit-Referendum. In der Tat weisen viele Indizien darauf hin, dass hier mit viel Gefühl und wenig Verstand votiert wurde.

Aber kann das wirklich erstaunen? Wenn man in den letzten Wochen beobachtet hat, mit wie begrenztem Sachverstand sich sogenannte Experten zu dem Thema geäußert haben, sollte man dem Durchschnittsbriten keinen Vorwurf machen.

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Das Ende des Gierkapitalismus

Wer mit nüchternem Blick unsere vom Marktkapitalismus geprägte Welt mit all ihren vielfach beschriebenen Auswüchsen an Gier, Profitstreben, Effizienzdiktatur, Zahlenunterwerfung, Egoismus usw. betrachtet, der wird wohl kaum traurig sein, wenn dieses individuelle und gesellschaftliche Modell durch ein anderes und besseres ersetzt wird.

Wie der Post-Kapitalismus aussehen wird, weiß ich nicht. Dass er aber kommen wird, das steht fest, und zwar aus verschiedenen Gründen:

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