Bücherschrumpfen

„Es wäre mir recht, wenn Sie die geschriebenen Wörter und Sätze in diesem Buch so lesen würden: Erlauben Sie all den Dingen, die Sie nicht brauchen können, sich einfach zu verflüchtigen. Es wäre nicht schlecht, wenn man Bücher drucken könnte, in denen bei jedem Leser nur die Sätze übrig bleiben, die für ihn wichtig waren. Die anderen könnten verschwinden oder verblassen wie eine Geheimschrift. Wenn die übrig gebliebenen Sätze dann auch noch zusammenrücken würden, könnten wir unsere privaten Bibliotheken schön verkleinern.“

Hanne Seemann, Freundschaft mit dem eigenen Körper schließen, Stuttgart 2007/2016 (10. Aufl.), S. 7.

Und am allerliebsten wäre es mir, ich wüsste schon vor Beginn des Lesens, wie dick ein solchermaßen geschrumpftes Buch in Wirklichkeit ist bzw. wird.