Die Sättigungsparadoxie

Neulich beklagte sich EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, ihm sei unverständlich, warum ausgerechnet heute, nach der längsten Friedensperiode in Europa und dem Erreichen der größten individuellen Freiheitsrechte, viele Menschen in allen europäischen Staaten Nationalismen u entwickeln, fremdenfeindlich werden, autoritäre politische Führung befürworten und andere rückwärts gewandte Haltungen einnehmen.

Wenn man mal die hausgemachten EU-Probleme beiseite lässt, erscheint es in der Tat schwer nachvollziehbar, warum Menschen ausgerechnet die Äste absägen wollen, auf denen sie sitzen und die sie nur mit sehr viel Mühe über einen langen Zeitraum erklommen haben.

Lässt man Verschwörungstheorien beiseite, gibt es folgende mögliche (miteinander kombinierbare) Erklärungen: Weiterlesen

Der optimale Grad des Reichtums

Ist es nicht verrückt, wie viel Zeit wir darauf verwenden, Vermögen zu erwerben, und später dann die erworbenen Werte renditestark anzulegen, in der Substanz gegen Ansprüche Dritter und die Willfährigkeiten des Marktes zu schützen, und sie im letzten Schritt möglichst unangetastet an die nächste Generation weiterzugeben? Wieviel Lebenszeit, Stress, Ängste, Frust und vielleicht Verzweiflung ist damit verbunden!

Diese Lasten bedeuten nicht zwangsläufig, man solle gleich ganz auf das Streben nach Reichtum verzichten. Denn wer in Armut lebt, hat zwar nicht diese ‚Sorgen‘, dafür aber eine Menge anderer, die i. d. R. auch wesentlich existenzieller sind als die der Begüterten.

Eher wäre es interessant zu wissen, ob es einen optimalen Grad des (individuellen) Reichtums gibt, ein Niveau, auf dem Existenzängste keine Rolle mehr spielen, weil man reich genug ist, aber eben doch nicht so reich, dass man seine Lebenszeit mit Renditejagd und Vermögenssicherung verbringen müsste.

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Das Ende des Gierkapitalismus

Wer mit nüchternem Blick unsere vom Marktkapitalismus geprägte Welt mit all ihren vielfach beschriebenen Auswüchsen an Gier, Profitstreben, Effizienzdiktatur, Zahlenunterwerfung, Egoismus usw. betrachtet, der wird wohl kaum traurig sein, wenn dieses individuelle und gesellschaftliche Modell durch ein anderes und besseres ersetzt wird.

Wie der Post-Kapitalismus aussehen wird, weiß ich nicht. Dass er aber kommen wird, das steht fest, und zwar aus verschiedenen Gründen:

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