Zickenkrieg und sonstiges Gender-Gedöns

Neulich war ich mal wieder im ICE unterwegs: Vierer mit Tisch, Gangseite, niemand links und gegenüber, also Smartphone ausschalten, Beine langmachen, Buch rausholen und ein paar gemütliche Stunden verbringen.

Der Mann schräg gegenüber werkelte an seinem Notebook und fiel zunächst nur dadurch auf, dass er gelegentlich seufzte. Das wurde allerdings zusehends lauter und ähnelte schon mehr einem Stöhnen. Dann beging ich den Fehler, Augenkontakt aufzunehmen, in der Hoffnung, ihm dadurch klarzumachen, dass er nicht alleine sei. Dummerweise interpretierte er das als Aufforderung zum Gespräch.

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Inkrementelle Kriminelle

Im Abgasskandal von VW und Konsorten wird gerne auf die negativen Folgen verwiesen, die dieser für VW (bzw. die Autobranche) und die Autokäufer hat. Als Umweltskandal erster Güte wird das Ganze eher nicht thematisiert, wohl deshalb, weil man die Folgen nicht mit den Sinnen erfassen kann. Könnte man wenigstens ein paar identifizierbare Tote vorweisen, wäre das schon etwas anderes. Aber das bloße Aufzeigen von hohen Schadstoffwerten gepaart mit Experteninterviews und leidenden Lungen- und Herzkranken scheint niemanden ernsthaft zu empören, selbst wenn jedes Jahr tausende Menschen wegen dieser eigentlich verbotenen Luftbelastung sterben bzw. früher sterben.

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Little and Big Brother

„Je mehr sich die Kommunikation ins Digitale verlagert, desto mehr Befugnisse benötigen Polizei und Geheimdienste, um ihre Aufgaben wahrnehmen zu können. Und je stärker Daten zur Währung der Zukunft werden, desto dringlicher das Bedürfnis nach der Regulierung privater Akteure. … Doch die Einseitigkeit, mit der die Diskussion geführt wird, erfordert eine kritischere Haltung gegenüber staatlichen Totschlagargumenten wie Kinderpornographie oder Terrorismusgefahr und ein besseres Verständnis dessen, wann und wozu vermeintliche „Datenkraken“ die Informationen ihrer Nutzer tatsächlich auswerten. Denn Wissen ist nicht nur Macht, sondern bestimmt auch darüber, wer die Macht über das Wissen erhält.“

BigBrotherMit diesen durchaus vernünftigen, wenn auch nicht gerade originellen, Feststellungen endet ein Artikel von C. van Lijnden in der ZEIT vom 7.4.16. Die Einseitigkeit der ‚Diskussion‘, die der Autor bemängelt (er meint vermutlich die ‚vorgebrachten Argumente‘, aber das ist noch der kleinste Patzer) bereichert er selbst aber keineswegs mit einer differenzierten Analyse, sondern mit Scheinargumenten, Denklücken und logischen Fehlern zuhauf.

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