Schlaumeiermeinungen

Manchmal frage ich mich, was andere wohl darüber denken (werden), was ich so blogge.

Nicht, dass das meine Meinungen bzw. Haltungen ändern würde. Es geht mir vielmehr um den Begriff, den man dafür verwenden würde.

Eigentlich sollten es ja „Profnarreteien“ werden, aber das habe ich weitgehend aufgegeben. Denn was bedeutet das Narrentum noch, wenn die ganze Realität verrückt spielt? Dies humorig auszuschlachten machen die (guten) Kabarettisten wohl besser.

„Philosophenstatements“ trifft es ebenso wenig wie „Expertengerede“. Treffender wäre schon „Klugscheißergeplappere“ oder „Besserwissergelaber“, zumindest wenn man meine Beiträge nicht mag. Auch etwas von „Moralpredigt“ ist darin zu finden, wenn auch nur als Beilage, nicht als Hauptgericht, das eher als „Quereinsicht“ daherkommt (wobei mir die Wortverwandtschaft mit den angeblichen Querdenkern allerdings missfällt). Auch „Wahrheitsannäherungen“ würde mir ganz gut gefallen.

Am liebsten aber wäre mir ehrlich gesagt die Bezeichnung „Schlaumeiermeinungen“. Denn ich wäre gerne ein Schlaumeier, der die Dinge praxisbezogen zu Ende denkt und zu einer möglichst überzeugenden Meinung kondensiert.

Leider hat diese Art „Zuendedenken“ keine Konjunktur (und hatte sie vermutlich auch nie). Die Menschen wollen der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen, sondern lieber im Ungefähren leben, wo man sich und andere belügen und so sein bequemes Leben ableisten kann. Diese Haltung ist vermutlich auch ein wesentlicher Grund für die moderne Bildersucht: Bilder gaukeln Information vor, die aber gerade in den allermeisten Fällen keine überzeugenden Argumente liefern können und allenfalls zum Flachdenken animieren. Wenn eine Kultur auf die Wortsprache verzichten will, wird das nicht zu ihrem Vorteil sein. Mein Bloggen ist auch ein Versuch, das unbebilderte Denken zu fördern. Wie man das bezeichnen könnte, weiß ich allerdings auch nicht.