Globetrottel

Globetrottel = Variation der Spezies homo sapiens, deren Vertreter sich zunehmend verbreiten und einen typischen mentalen Defekt dahingehend aufweisen, dass sie sich einbilden, das Jetten zwischen Erdteilen mit kurzzeitigen Auslandsaufenthalten, der Konsum ausländischer Waren und die Empörung über skurrile ausländische Potentaten mache sie zu Weltbürgern und geborenen Subjekten universeller Menschenrechte, die weniger kosmopolitische Individuen sich erst mal erkämpfen müssten.

Politik und Schulen am PULSS der (Hoch-)Begabten?

Angesichts der Tatsache, dass Schulpolitik sich lange Zeit fast ausschließlich damit beschäftigt hat, die Integration bzw. Inklusion sozial, bildungsmäßig und gesundheitlich Schwacher, Gefährdeter oder Benachteiligter zu verbessern (eigentlich zurecht), die Statistiken erfolgreicher Schulbewältiger bzw. -abgänger durch alle möglichen Tricks nach oben zu treiben (zu Unrecht) und das PISA-Trauma zu verarbeiten (na ja …), freut man sich über jede Aufmerksamkeit, die begabten Schülerinnen und Schülern geschenkt wird.

Worauf das neuerliche Interesse an dieser Gruppe zurückzuführen ist, kann man nur erahnen. Beigetragen haben dürfte aber die verallgemeinerte Erfahrung, dass die Förderung Begabter nicht nur diesen selbst zugute kommt, sondern auch der Gesellschaft insgesamt – und nicht zuletzt den Statistiken … Weiterlesen

Postfaktisch, prärational

Zu den derzeit am häufigsten verbreiteten Scheinwahrheiten zählt die Aussage, wir lebten „ja bekanntlich in einem postfaktischen Zeitalter“. Dass das „bekanntlich“ dazu dient, das eigene Nachplappern als eigenständig erarbeitete Erkenntnis aussehen zu lassen, bedarf keiner weiteren Kommentierung. Wohl aber der Kern der Aussage vom neuerdings (?) angebrochenen postfaktischen Zeitalter.

Nicht gemeint sein kann damit, was das Wort „postfaktisch“ eigentlich ausdrückt, nämlich dass wir die Fakten überwunden bzw. hinter uns gelassen hätten. Denn solange es ein Sein gibt, gibt es Fakten. Und noch ist unsere Welt nicht untergegangen.

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KI statt IQ?

Zum Metier der Journalisten zählt eindeutig das Bangemachen. Wenn ihnen nichts Sinnvolles einfällt, oder sie einem Sachthema mehr ‚Brisanz‘ verleihen wollen, erfinden sie einfach Szenarien möglicher zukünftiger Entwicklungen mit dramatischen Folgen. Der typische Angst-Deutsche liest so etwas gerne, bestärkt es ihn doch in seiner psychischen Verfasstheit, und folglich sind dann auch Verleger und/oder Herausgeber zufrieden.

Da wir in einer Welt leben, in der fast alles in ständiger Veränderung begriffen ist, und es keiner großen Einbildungskraft bedarf, einzelne aktuelle Tendenzen ins Negative bis Dramatische zu extrapolieren, finden sich leicht Themen, die man solcherart ‚aufarbeiten‘ kann, ohne dass es uns irgendwie weiterbringt.

Natürlich sind Gedankenspiele und Szenariobeschreibungen wichtige intellektuelle Instrumente der Zukunftsanalyse und -gestaltung. Was dabei von den Medienschaffenden geleistet wird, ist allerdings weit überwiegend von minderer Qualität.

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Herzenssache Mitarbeiter?

Es soll Unternehmen geben, die ‚Corporate Social Responsability‘ ernst nehmen. Wenn das gleichzeitig ihr Image als ‚Gutunternehmen‘ geschäftsmäßig fördert, sei ihnen das gegönnt.

Meistens entlarvt sich das Getue jedoch als leicht erkennbare PR-Maßnahme, wobei sich mir immer die Frage stellt, wer eigentlich darauf ‚hereinfällt‘.

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Primitive Reflexe und sonstige Psychomotive beim Intellektuellendiskurs

Ich bin kein Freund von Peter Sloterdijk. Es mag sein, dass er kluge Dinge schreibt, aber seit Kritik der zynischen Vernunft ist mir meine Lebenszeit zu schade, erst endlosen Gedankengängen folgen und dann noch enträtseln zu müssen, was eigentlich seine Kerngedanken sind.

Neulich habe ich dann doch mal wieder etwas von ihm gelesen (DIE ZEIT 3.3.16) und fand seine Einsichten in die Psychomechanismen bei mehr oder weniger intellektuellen Teilnehmern politischer Debatten immerhin so lesens- und merkenswert, dass ich eine gekürzte Fassung zum Download eingestellt habe (s. Docs). Auch hier fällt es ihm schwer, beim Thema zu bleiben (daher die Kürzungen …), aber auch dafür wird es wohl psychologische Erklärungen geben, ebenso wie für seine politische Haltung, die hier nicht weiter kommentiert werden soll.