Könnte mal jemand Hirn stiften?

Stiftungen

Zu den Dingen, die bei fast jedem einen positiven Gedanken-Frame auslösen, zählen Stiftungen: Geld für gute Zwecke, was soll daran auch falsch sein?

Kurioserweise ist es bei Steuern umgekehrt, obschon es auch hier um Geld für gute Zwecke geht. Liegt es an der Freiwilligkeit? Oder daran, dass bei Steuern alle ran müssen, Stiftungen aber nur auf der Initiative weniger beruhen? Oder funktioniert die Gehirnwäsche in Sachen Stiftungen so gut, dass wir jede kritische Distanz verloren haben?

Wie dem auch sei, Stiftungen sind in Deutschland in. Auch die ZEIT ist ein großer Stiftungsfan, wohl nicht zuletzt auch, weil diese wöchentlich schöne Anzeigenerträge generieren. Dummerweise schlägt diese Begeisterung dem einen oder anderen Redakteur arg aufs Gehirn, so letztens M.J. Hartung und M. Spiewak (ZEIT vom 21.4.16). Unter dem Titel „Jetzt wird nachgerechnet“ tauchen ungeprüfte Allgemeinplätze und ideologiegeprägte Behauptungen auf, die einer PR-Abteilung würdig wären, mit kritischem Journalismus aber nichts zu tun haben.

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Schule: Bildungsvollzugsanstalt mit „Lebenslänglich“-Privileg

Gemeinhin werden staatliche Schulen als Einrichtungen betrachtet, deren Aufgabe und Ziel es ist, jungen Menschen zu einer ihren Talenten, Neigungen und Leistungen entsprechenden Bildung zu verhelfen, indem motiviertes und kompetentes Lehrpersonal sie fördert und fordert.

Viel zu häufig mutieren sie aber zu Ersatzdisziplinierungs- und Bestrafungsanstalten, deren Regelvollzug bei ihren Insaßen zu lebenslänglichen Schädigungen führt.

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Primitive Reflexe und sonstige Psychomotive beim Intellektuellendiskurs

Ich bin kein Freund von Peter Sloterdijk. Es mag sein, dass er kluge Dinge schreibt, aber seit Kritik der zynischen Vernunft ist mir meine Lebenszeit zu schade, erst endlosen Gedankengängen folgen und dann noch enträtseln zu müssen, was eigentlich seine Kerngedanken sind.

Neulich habe ich dann doch mal wieder etwas von ihm gelesen (DIE ZEIT 3.3.16) und fand seine Einsichten in die Psychomechanismen bei mehr oder weniger intellektuellen Teilnehmern politischer Debatten immerhin so lesens- und merkenswert, dass ich eine gekürzte Fassung zum Download eingestellt habe (s. Docs). Auch hier fällt es ihm schwer, beim Thema zu bleiben (daher die Kürzungen …), aber auch dafür wird es wohl psychologische Erklärungen geben, ebenso wie für seine politische Haltung, die hier nicht weiter kommentiert werden soll.