Zu den wichtigsten gesellschaftlichen Problemstellungen der heutigen Zeit zählt die Frage, was die schöne neue Informations- und Medienwelt eigentlich mit unseren Gehirnen, aber letztlich mit uns und unserer Gesellschaft macht.
Die Jugendlichen werden mental verdummt und verwirrt sowie bio-psychisch vermurkst durch TikTok & Co, und KI verschlimmert das Ganze, weil ihnen nicht einleuchtet, warum sie noch etwas lernen sollten.
Die Erwachsenen (inkl. der Lehrer) haben genug eigene Probleme, die ständigen Updates und Innovationen der digitalen Welt zu verarbeiten.
Die Wissenschaft sucht nach Fakten und Wahrheiten, aber wenn sie wichtige Erkenntnisse gesammelt zu haben, ist die Realität schon wieder drei Schritte weiter.
Unter diesen Umständen ist Politik – selbst unter Berücksichtigung der extremen wirtschaftlichen Macht der Digitalkonzerne – nicht unmöglich, aber sie erfordert einen klaren Kopf, für den es ausreichend versierte und strategiefähige Experten geben sollte.
Aber was ist mit den gewöhnlichen Menschen? Die Politik wird sie nur begrenzt schützen können, also müssen sie sich selbst helfen.
Selbst wenn es zu diesem Zweck gut gemachte Informations- und Hilfsangebote gibt, haben diese kaum eine Chance gegen den nicht endenden Informationstsunami, der den Menschen die Kraft zu prüfen und denken nimmt. Sie wuseln so gut es geht vor sich hin, viele sogar noch berauscht von den vielen Informationen und dem Glauben an das Wissen der Menschheit, das in irgendwelchen Datenbanken schlummert und alles zum Guten wenden wird.
Was könnte man auch dem informationellen Overkill entgegensetzen?
Informationsabstinenz wäre schon mal ein guter Anfang, um aus der Abhängigkeit zu entkommen und die Sucht zu besiegen, aber das alleine reicht nicht.
Dazu müsste unabhängiges Denken kommen, wo erst gefragt und gedacht wird, und erst dann relevante Informationen gesucht werden. Das Modell des geistigen Zeit- und Raumreisenden kann dabei helfen.
Aber ehrlicherweise muss man eingestehen, dass man man auf diese Weise leicht in eine unangenehme Version des Philosophierens abgleitet, nämlich der existenziellen Selbstinfragestellung. Da tauchen dann Fragen auf wie: Wir sind nicht einmal ein Wimpernschlag in der Evolution der Erde und des Weltalls, selbst das Menschengeschlecht ist nur ein vorübergehendes Phänomen. Warum also das alles ernst nehmen, sich mühen usw.? Besteht unser einziger Sinn darin, ähnlich wie die Zelle eines Körpers zu funktionieren und unsere Bestimmung zu erfüllen? Ist selbst unsere Freiheit – soweit wir denn wirklich frei sind – letztlich etwas anderes als eine Illusion, weil das, was von unserem freien Denken und Handeln übrigbleibt, nur das ist, was auch ins Ganze und dessen Logik und Funktionsweise passt? Denn wirklich beeinflussen und verändern können wir das alles nicht. Und belastbare Antworten auf diese Fragen haben wir auch nicht.
Also warum sich nicht einlullen lassen und den Kick der Mediendrogen genießen?
Es wäre ohnehin illusorisch zu glauben, dass selbst eine nennenswerte Zahl „Erleuchteter“ eine Trendwende erreichen könnte. Weil die Menschen die Sinnleere mehr fürchten als den Overkill, wird es soweit nicht kommen, weil die meisten lieber die mentale Überdosis ertragen.