Herrscher des Zufalls

Zufälle prägen unser Leben, da gibt es keine Zweifel.
Das beflügelt die einen und ängstigt die anderen. Zufälle eröffnen Chancen, bieten Gelegenheiten, sorgen für überraschende Abwechslung. Aber sie bringen auch Unfälle, Krankheiten, Feindschaften.

Gemeinsam ist allen dasselbe Verständnis, dass man Zufälle nicht steuern, nicht beeinflussen und nicht vorhersehen kann.

Zufälle gibt es nicht nur im gesellschaftlichen Zusammenleben, das ohnehin wirr und schwer erklärbar ist, sondern auch in der Natur, die ja eigentlich kausalverbindungsgeprägt unserem Ordnungs- und Beherrschungsbedürfnis ziemlich entgegenkommt. Aber auch die Natur nimmt sich die Freiheit, gelegentlich irrational oder unvorhersehbar (bzw. nicht nachvollziehbar) zu funktionieren.

Aber weil wir diese Denke nicht wirklich ablegen können, wird der Zufall in der Realwelt auch gerne als Beweis dafür genommen, dass es keinen Schöpfergott geben könne. Zufall und Darwinismus reichen angeblich, um alles zu erklären. Genau genommen ist der Zufall hier zwar nur ein anderes Wort für „Erklärungsnotstand“, den sich Wissenschaftler natürlich ungerne eingestehen. Aber versuchen wir, den Gedanken trotzdem ernst zu nehmen: Warum sollen Gott und Zufall unvereinbar sein?

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