Richtig prompten

KIen sind bekanntermaßen immer nur so klug, wie die Frage, die man stellt (und wie man sie stellt). Die Kunst dieses klugen Promptens ist allerdings nicht neu: Denn auch heute schon ist eigentlich die Qualität des Fragens wichtiger als die Wissenschaft des Antwortens. Nur wird das zu häufig ignoriert oder unterschätzt.

In der Tat beruhen Fragen in aller Regel auf dem Wissensstand des Fragenden, nicht dem des Befragten. Und genau so wie ein informationsverarbeitendes System zwangsläufig nach dem Prinzip „garbage in, garbage out“ arbeitet, funktioniert das auch mit der Fragetechnik.

Natürlich gibt es kluge Fragende, die es schaffen, die Grenzen ihres Wissens zu erkennen und sich hierdurch nicht beschränken zu lassen, und es gibt manchmal verständnisvolle Antwortende, die ersteren ungefragt auf die (richtigen) Sprünge helfen.

Leider ist aber die Menschheit überwiegend dumm, weil überall nur gelehrt wird, wie man Antworten lernt. Da aber nun die KI alles weiß, werden wir uns hoffentlich endlich darauf fokussieren können, das richtige Fragen zu lernen. Aber möglicherweise könnte es trotzdem dazu kommen, warum wir trotz allgegenwärtiger KI längerfristig verblöden werden: Denn dumme Menschen können nicht klug prompten.

Es wird uns also nichts anderes übrigbleiben, als trotz KI unsere grauen Zellen weiter auf Trab zu halten – zumindest bis wir richtig prompten können.